Ausführliches Inhaltsverzeichnis


NIEDERLAGEN, DIE DAS LEBEN SO SCHREIBT

A B C D E F G H I J K L M N O P R S T U V W Z


von BÄREN bis BÜROKRATIE


Inhalt:

  • Ein Bärendebakel

  • Der deplacierteste Schaffner

  • Ausdauernder Verlustbringer

  • Voreilige Investition

  • Pech mit Bankirrtum

  • Der schweigsame Bankräuber

  • Verpennte Bankbeamte

  • Die blödesten Bankräuber

  • Beerdigungskosten

  • Der undankbarste Rolli

  • Die sinnlosesten Strafmandate

  • Methusalemische Strafe

  • Niederlage der Sieger

  • Die miserabelste Halbbildung

  • Ermüdendes Unentschieden

  • Der kürzeste Boxkampf

  • Nackte Niederlage

  • Bombe entschärft

  • Die orientierungslose Brieftaube

  • Der erfolgloseste Tauben-Wettflug

  • Bürger-Niederlage

  • Blinklicht auf dem Kopf

  • Die kleinkariertesten Rechnungsprüfer




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    Ein Bärendebakel


    Laut und schrecklich klang den Monteuren der im Bau befindlichen Erdgasleitung von Sibirien nach Westeuropa das Gebrüll eines Bären aus der Röhre entgegen.

    Wie die Nachrichtenagentur TASS berichtete, war der neugierige Petz in die Leitung gekrochen, ohne in ihr wenden oder umkehren zu können. Notgedrungen mußte er weiterkriechen; und das gut zehn Kilometer lang. Schließlich fand er die nächste Öffnung der Rohrleitung und kletterte wutschnaubend ans Tageslicht.

    Er versetzte der Leitung ein paar gewaltige Tatzenhiebe. Dann verschwand er eiligst, ob schamrot, blieb ungeklärt in einer Dickung.

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    Der deplacierteste Schaffner


    Schwierigkeiten gab es auf der Strecke Chalons Epernay.

    Gleich im ersten Abteil, das der Schaffner kontrollierte, stellte er fest, daß die Reisenden in einem falschen Zug saßen, Im zweiten Abteil wurde ihm dann klar, daß er selbst im falschen Zug Dienst tat.

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    Ausdauernder Verlustbringer


    Das zählebigste Pleiteunternehmen der Bundesrepublik ist die Deutsche Bundesbahn.

    Seit Jahrzehnten bereits fährt sie gigantische Verluste ein. Das Unternehmen hat sich so sehr an diesen Zustand gewöhnt, daß es auch für die kommenden zwei Dezennien ausschließlich Verluste in Milliardenhöhe plant.

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    Voreilige Investition


    Eigeninitiative bewies ein Bayer Ende letzten Jahrhunderts.

    Der Bauer Andreas Aigner baute der niederbayerischen Gemeinde Wittibreuth einen Bahnhof. Natürlich nicht ganz so uneigennützig er hatte darauf spekuliert, daß die Königlich-Bayerische Staatsbahn eine Strecke von Mühldorf nach Vilshofen plane.

    Dieser Plan wurde allerdings nie realisiert. Der Bahnhof steht noch heute. Er dient als Wohnhaus.

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    Pech mit Bankirrtum


    Als Millionär fühlte sich Alfonso di Mauro (37), Kellner in einer Pizzeria in München.

    Auf seinem Konto, das bei seinem Gehalt von DM 1000 meist ein Minus zeigte, standen plötzlich DM 20480000. Glücklicherweise mißtraute er seinem Glück und hob nur DM 5000 ab, die er in der Spielbank vermehren wollte. Leider wurde daraus nichts denn er verlor beim Roulette, und die Bank kam ihm auf die Schliche:

    Falschbuchung. Er mußte alles zurückgeben. Einschließlich der DM 5000. Jetzt zeigt sein Konto wieder Minus.

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    Der schweigsame Bankräuber


    Der geräusch- und erfolgloseste Bankraub spielte sich 1969 in Ohio ab.

    Dort reichte ein ausgesprochen unauffälliger Bankräuber einen Zettel dem Kassierer, auf dem handschriftlich geschrieben stand: »Dies ist ein Überfall ich besitze eine Waffe!«

    Der Kassierer las und dann entriß ihm der Bankräuber wieder das Papier, um noch einen Satz draufzuschreiben: »Stecken Sie das Geld in eine Papiertüte!« Erneut bekam der Kassierer das Papier hingehalten. Er las es, nahm einen Kugelschreiber und setzte unter des Bankräubers letzten Satz: »Ich habe keine Papiertüte.« Dann gab er den Zettel zurück.

    Worauf der schweigsame Bankräuber die Flucht ergriff.

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    Verpennte Bankbeamte


    Überrascht war ein Münchner Bankkassierer, als er genau eine Woche nach einem Raubüberfall dem Bankräuber erneut gegenüberstand.

    Es war eindeutig derselbe Mann, maskiert und bewaffnet, mit Turnschuhen an wie eine Woche zuvor. Diesmal erbeutete der Räuber 20000 Mark und entkam. Gefilmt wurde er nicht.

    Die verpennten Bankbeamten waren nach dem letzten Überfall noch nicht dazu gekommen, einen neuen Film einzulegen.

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    Die blödesten Bankräuber


    Mitte August 1975 wollten drei Männer in Rothesay, Schottland, die Königliche Bank ausrauben.

    Auf dem Weg in die Schalterhalle blieben die Räuber allerdings in der Drehtür stecken, so daß hilfreiche Bedienstete der Bank sie befreien mußten. Die drei stammelten verwirrt ein Dankeschön und verließen blöd das Bankgebäude.

    Wenig später drangen sie erneut diesmal erfolgreich zum Kassenschalter vor und forderten vom Kassierer die Herausgabe von 5000 Pfund. Aber keiner der Bediensteten nahm die Burschen ernst. Der Kassierer konnte sich kaum einkriegen vor Lachen, so komisch wirkten die drei Figuren auf ihn. Diese Reaktion verunsicherte die Bande so sehr, daß ihr Anführer die Forderung erst auf 500 Pfund und dann gar auf 50 Pfund senkte. Jetzt brüllte die gesamte Belegschaft vor Vergnügen. Soviel Mißachtung seiner kriminellen Absicht veranlaßte einen der Räuber zu einem beherzten, aber ungeschickten Sprung über den Tresen. Bei der Landung rutschte er aus und landete mit viel Spektakel auf dem Hosenboden. Durch dieses neuerliche Unglück enerviert, traten die beiden anderen Männer die Flucht an.

    Sie kamen aber nicht weit, weil sie in ihrer Verwirrung in der falschen Richtung durch die Drehtür stürmen wollten und erneut steckenblieben.

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    Beerdigungskosten


    Ein junger Mann aus Köln, der nach einem schweren Verkehrsunfall mit seinem gleichaltrigen Mitfahrer verwechselt worden war, mußte die Kosten für »seine« Beerdigung selbst bezahlen.

    Mehrere Tage lang hatte er als tot gegolten und war augenscheinlich bestattet worden. Zu der Verwechslung war es unmittelbar nach dem Unfall gekommen. Beide Autoinsassen sahen ausgesprochen übel aus. In diesem Zustand wurden sie falsch identifiziert und der Fahrer mit dem tödlich verletzten Mitfahrer verwechselt.

    Da es sich bei ihm um einen mittellosen Tramper ohne Angehörige handelte, blieb der junge, dem Tode entronnene Mann auf seinen Beerdigungskosten »sitzen«. Einen Prozeß gegen die Behörden, die das (von den seinerzeit trauernden Eltern) gezahlte Geld nicht freiwillig herausgeben wollen, wird der junge Mann nicht anstrengen.

    »Den Streß halte ich nicht aus«, meinte er.

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    Der undankbarste Rolli


    Im Jahr der Behinderten, 1981, gaben sich die Angestellten einer Großtankstelle in New York besondere Mühe.

    Bis im September 1981 ein Rollstuhlfahrer in die Kassenzone rollte, zwei Angestellte mit der Schußwaffe bedrohte und den Kasseninhalt an sich nahm. Der verwegene Rolli zwang die beiden, ihn schnellstmöglich wieder auf die Straße zu schieben, und verschwand in der Dunkelheit.

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    Die sinnlosesten Strafmandate


    Eine Statistik der diplomatischen Verkehrsübertretungen stellen Jahr für Jahr die Bonner Behörden auf.

    1980 blieben nur drei Botschaften ohne Tickets: Island, Honduras und der Vatikan. Den Rekord mit mehr als zwei Geschwindigkeitsübertretungen pro Botschaftsangehörigen schafften die Liberianer. Meister im Falschparken wurden die Mexikaner.

    Die Behörden werden allerdings mit ihrer Statistik gar nicht froh: Durch ihren Diplomaten-Status braucht kein Botschaftsangehöriger ein Strafmandat zu bezahlen. Wieviel Geld dadurch dem Bonner Stadtsäckel verlorengeht darüber schweigt die Statistik.

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    Methusalemische Strafe


    Eine Langzeit-Niederlage erlebte der 48jährige Polizist Thai Tun Li in Bangkok, der es immerhin 17 Jahre lang ununterbrochen geschafft hatte, Ausländern gefälschte Einreisepapiere gegen gutes Geld zu verkaufen.

    Seine lange, sorgfältig ausgeübte Tätigkeit wurde vom Gericht dementsprechend belohnt:

    Er wurde zu insgesamt 1001 Jahren Haft im Staatsgefängnis verurteilt.

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    Niederlage der Sieger


    Dem wirtschaftlichen Wiederaufbau der Insel sollte eine mit nationalen und privaten Mitteln finanzierte Brauerei dienen, die nach der »glorreichen Rückeroberung der Falkland-Inseln durch britische Truppen« in der Hauptstadt Stanley gegründet worden war.

    Der patriotische Geist der Inselbewohner wie auch der Schutztruppe ließ jedoch so sehr zu wünschen übrig, daß das gute englische Penguin Ale sauer wurde und wie Manager Philip Middleton klagte fässerweise weggeschüttet werden mußte. Die Kneipiers der Insel ließen die Bierbrauer wissen, britisches Bier sei ganz und gar unpopulär, die Getränke aus dem nahen Feindesland Argentinien seien wesentlich beliebter. Auch die Militärverwaltung machte keine Anstalten, Penguin Ale in ihren Soldatenclubs auszuschenken.

    Die gute Moral der britischen Truppe schien ihr wichtiger als das Wohl britischen Bieres. Die Bierstrategen gaben sich daraufhin geschlagen und traten den Rückzug an.

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    Die miserabelste Halbbildung


    Daß amerikanische Firmenbosse keine Koryphäen in Sachen Kultur sind, nimmt man im alten Europa gern schmunzelnd zur Kenntnis.

    Unerreichte Spitze bleibt jedoch Joseph Connally, Marketing-Chef der Kenton Electronic, Mass.: Während einer Stadtbesichtigung ließ er sich vor dem Frankfurter Goethehaus selbstbewußt vernehmen: »Oh yes, we know Goethe very well in the United Staates, but we call him Schiller. He is the man who composed this wonderful Kleine Nachtmusik.« Dabei begann er, »Muß i denn zum Städele hinaus« zu pfeifen.

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    Ermüdendes Unentschieden


    Zum ermüdendsten »Unentschieden« im Boxsport kam es im April 1893 in New Orleans.

    Über 110 Runden lang genau sieben Stunden und 19 Minuten bekämpften sich Jack Burke und Andy Bowen. Drei Schiedsrichter mußten wegen Übermüdung ausgewechselt werden, bis endlich der vierte zu einem Urteil fand:

    unentschieden. Kein Wunder, denn beide Boxer lagen halb bewußtlos in ihren Ecken.

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    Der kürzeste Boxkampf


    Der kürzeste Boxkampf, der je stattgefunden hat, dürfte zwischen Raphael Walton und Al Couture am 29. September 1946 gewesen sein.

    Al Couture siegte innerhalb zehneinhalb Sekunden durch technischen K. o. einschließlich der zehn Sekunden, die der Ringrichter zum Auszählen von Mr. Walton benötigte.

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    Nackte Niederlage


    Eine nackte Niederlage erlitt am 14. April 1981 in Chicago der Boxkämpfer Ed Smith.

    Offensichtlich war Smith vor dem Kampf zu nervös. Denn als er unter dem Jubel seiner Fans in den Ring stieg und seinen Mantel ablegte, tönte ein bewunderndes »Ohh« durch die Zuschauerreihen:

    Smith hatte vergessen, seine Boxhosen anzuziehen. Sein Trainer rannte in die Kabine und holte das gute Stück. Aber trotz des Applauses für diese Show-Darstellung konnte Ed Smith nicht gewinnen:

    Er ging auf die Bretter und wurde in der dritten Runde ausgezählt.

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    Bombe entschärft


    Erhebliche Verkehrsstörungen löste ein Bombenalarm in Hanau aus.

    Der Katastrophenschutz räumte mehrere Häuser, und ein Spezialist des Landeskriminalamtes rückte dem vor der örtlichen CDU-Zentrale deponierten Sprengkörper mit einem Wassergewehr zu Leibe. Die Bombe löste sich in braune Brühe auf. Übrig blieb ein Wecker, den unbekannte »Terroristen« mit Exkrementen ummantelt hatten.

    Die ebenfalls alarmierte Feuerwehr sprach von einem »Scheiß spiel«.

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    Die orientierungsloseste Brieftaube


    Die orientierungsloseste Brieftaube wurde im Juni 1953 in Pembrokeshire freigelassen und noch am gleichen Abend in ihrem Schlag erwartet.

    Elf Jahre später wurde das tote Tier per Post in einer Papierschachtel aus Brasilien zurückgeschickt.

    »Wir hatten sie längst aufgegeben«, meinte ihr Besitzer überrascht.

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    Der erfolgloseste Tauben-Wettflug


    1978 wurden 6745 Tauben in Preston, Lancashire, freigelassen.

    5545 davon wurden niemals mehr gesehen. Zwei Verlust-Theorien entstanden:

    Entweder seien exakt 5545 Tauben während der Jagd im Schottischen Hochmoor abgeschossen worden oder sie hätten es einfach woanders schöner gefunden.

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    Bürger-Niederlage


    Besonders volksnah ist die schwedische Bürokratie.

    Sie beabsichtigte, für die Bürger des Landes ein besonderes »Wörterbuch der Beamtensprache« herauszubringen. Über 50000 Begriffe sollen dort erläutert werden, um in Zukunft die Formulare verständlich zu machen.

    Auf die naheliegende Idee, die 50000 Beamten-Begriffe zu ändern, ist man dagegen noch nicht gekommen.

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    Blinklicht auf dem Kopf


    Mit 72 Jahren verriet der Brite Jim Sparks eine Lachnummer, die sich 1958 die englische Polizei leistete.

    Alle Bobbys sollten einen Helm mit Blinklicht bekommen. Sparks war das Versuchskaninchen: "Ich fühlte mich wie ein Idiot." Weil ihm der schwere Helm immer wieder vom Kopf gerutscht sei, wurde die Aktion eingestellt.

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    Die kleinkariertesten Rechnungsprüfer

    Der Bundesrechnungshof arbeite selbst uneffektiv, stellte 1981 ein Jurist der Freien Universität Berlin fest.

    Anstatt teure Wirtschaftsförderungsprogramme auf ihre Wirkung hin zu untersuchen, konzentriere man sich zu sehr auf Kleinigkeiten wie den Hubraum von Dienstwagen oder den Verbrauch von Papierservietten.






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