Ausführliches Inhaltsverzeichnis


NIEDERLAGEN, DIE DAS LEBEN SO SCHREIBT

A B C D E F G H I J K L M N O P R S T U V W Z


von ZAUN bis ZEUGUNG


Inhalt:

  • Einzäunungs-Blamage

  • Eine relative Niederlage

  • Nach 47 Jahren Zeugnis bekommen

  • Nachwuchs




  • to the top

    Einzäunung-Blamage


    Die blamabelste Einzäunung eines Grundstückes gelang den Arbeitern einer Baufirma, die im Jahre 1979 das Grundstück der Familie Court einzäunen sollte.

    Fünf Tage genau brauchten sie zur Arbeit dann stellten sie fest, daß sie das Tor vergessen hatten. Sie standen mit ihrem Arbeits-Lkw ratlos bis zum Feierabend herum.

    Erst als einige beherzte Männer erneut den Zaun einrissen, konnten sie das Grundstück verlassen.

    to the top

    Eine relative Niederlage


    Den Redakteuren der Hörspielabteilung des Hessischen Rundfunks las der Dramatiker Einar Schleef sein neuestes Werk vor, in dem 13mal das Wort »ficken« auftauchte.

    Eine zufällig anwesende Tontechnikerin fand dies ungeheuer empörend und beschwerte sich beim Intendanten. In Abwägung von Moral und Kunst rang der Hessische Rundfunk dem Autor sechsmal »ficken« ab.

    Mit insgesamt siebenmal »ficken« wurde das Stück angenommen und gesendet.

    to the top

    Nach 47 Jahren Zeugnis bekommen


    Mit 47 Jahren Verspätung haben elf Amerikaner japanischer Abstammung in Los Angeles ihre Abschlußzeugnisse der High School ausgehändigt bekommen, die ihnen seinerzeit wegen des japanischen Überfalls auf Pearl Harbour verweigert worden waren.

    Im Rahmen der damals aufgewallten antijapanischen Gefühle hatte die Schule insgesamt 15 Schülern bei der Abschlußfeier die Zeugnisse vorenthalten. Jetzt (1989) holten sie die feierliche Zeremonie mit allem Pomp nach.

    to the top

    Nachwuchs


    Das war ein dufter Abend. Jürgen B., der hellblonde, blauäugige Provinz-Don-Juan aus der südwestdeutschen Garnisonsstadt, hatte es gegen 19 Uhr mit Leonie getrieben; »kostenlos, weil er so nett ist, wie sie später gestand.

    Sie war die einzige Edelnutte am Ort und hatte regen Zulauf, vor allem aus zahlungskräftigen Offizierskreisen der US-Army. Durch das Erlebnis mit Leonie stimuliert, verspürte der kesse Jürgen wenig später beim Anblick seiner semmelblonden Frau Nadja erneut Gelüste. Die Gastwirtstochter, nicht von schlechten Eltern, ließ sich nicht lange an ihre ehelichen Pflichten erinnern. Man soll den Gatten nehmen, wenn er kommt, war ihre Devise. Alles klappte vorzüglich. »Gegen elf«, so entsannen sich beide später, »haben wir in der Bar eines Freundes noch Sekt getrunken, so gut waren wir drauf.« Der sektfrohe Abend hatte Folgen. Nachwuchs kündigte sich an. Jürgen lebte sich schon bald aufs vorteilhafteste in die Rolle des werdenden Vaters ein. Die Lokalrunde in der Stammkneipe war vorbestellt.

    Die Erwartungen in Richtung Stammhalter steigerten sich von Stunde zu Stunde, als die Niederkunft endlich bevorstand. Nadja entband ein kräftiges, sieben Pfund schweres Baby.

    Es war dunkelhäutig; der Vater mußte unleugbar ein Schwarzer gewesen sein. Skandal im ganzen Städtchen! Aufgelöst in Strömen von Tränen wehrte sich Nadja jedoch standhaft gegen das Augenscheinliche: »Ich hab' mit keinem Schwarzen verkehrt!« beteuerte sie immer und immer wieder.

    Nach langem Hin und Her und umständlicher Prozedur wurde schließlich der schwarze Offizier Fitzgerald J. als Erzeuger ermittelt; u. a. wies das pumperlgesunde und heitere Baby seine Blutgruppe auf. Fitzgerald so der Sachverhalt hatte Leonie an besagtem Abend unmittelbar vor Jürgen einen Besuch abgestattet, und die Dame hatte beide Herren ohne besondere Vorkehrungen empfangen.

    Jürgen trug daraufhin, wie das sonst Bienen bei Blüten praktizieren, Fitzgeralds Samen weiter und bestäubte Nadja sozusagen mit des Offiziers Erbgut. Ein wundersamer Sieg der Natur, der im Städtchen allerdings eher als Niederlage gewertet wurde.






    Kommentare/Vorschläge: