Ausführliches Inhaltsverzeichnis


NIEDERLAGEN, DIE DAS LEBEN SO SCHREIBT

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von VERKEHR bis VÖGEL


Inhalt:

  • Schlechtes Augenmaß

  • Der größte Wartesaal

  • Zufahrt vergessen

  • Die pünktlichsten Linienbusse

  • Der stoischste Geisterfahrer

  • Der ungeeignetste Parkplatz

  • Polizeiliche Niederlage

  • Die mißlungenste Brücke

  • Der resoluteste Parkplatzsucher

  • Langwierige Verlobung

  • Mailer, Miller & Miller

  • Ein "bißchen" verfahren

  • Versandfehler

  • "Verstorbener" verplappert sich am Telefon

  • Vögel




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    Schlechtes Augenmaß


    Der neue Busbahnhof in Köln sollte Anfang 1981 eingeweiht werden.

    Endlich sollten es die Wartenden im Regen besser haben: deshalb hatten die Stadtväter Regendächer anbringen lassen. Allerdings stellte man bei der ersten Proberunde fest, daß die Busse beim Einfahren von den Regendächern regelrecht aufgeschlitzt wurden.

    Daher mußte alles wieder geändert werden. Die Bahnhofseröffnung wurde erneut verschoben.

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    Der größte Wartesaal


    Die Verkehrsbehörden von Peking haben offensichtlich nicht allzuviel Vertrauen zur Pünktlichkeit ihrer Verkehrsmittel.

    Denn ihre Bahnhofs-Station »Changan Boulevard« kann den traurigen Ruhm in Anspruch nehmen, den größten Wartesaal der Welt zu besitzen.

    Er wurde im September 1959 eröffnet und faßt 14000 Wartende.

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    Zufahrt vergessen


    Eine Parkplatzplanerische Niederlage mußten zwei Jahre lang die Frankfurter Hauptbahnhof- Benutzer hinnehmen völlig überflüssigerweise.
    Denn seit 1979 gab es Parkplätze. Zwischen den oberirdischen Bahnsteigen der Bundesbahn und den unterirdischen der S-Bahn hatte man Platz für rund 360 Autos gelassen. Bis 1981 allerdings dauerte es, bis Autofahrer ihre Autos auch dort abstellen konnten dann erst waren die langen und komplizierten Zu- und Abfahrten fertiggestellt.

    Kenner wissen: Sie waren vergessen worden.

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    Die pünktlichsten Linienbusse


    Keiner kennt den Namen des Beamten der Verkehrsbetriebe von Staffordshire in England, der den Linienbusfahrern die Anweisung gab, lieber den Fahrplan einzuhalten, als unterwegs Gäste aufzunehmen.

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    Der stoischste Geisterfahrer


    Einen »Geisterfahrer«-Rekord stellte am 21. 8. 1981 ein 59 Jahre alter Oberpfälzer auf:

    Er fuhr auf der Strecke München Nürnberg 22 Kilometer lang auf der falschen Autobahnseite. »Klar hatte ich den Irrtum schnell bemerkt«, sagte er hinterher, »aber wo hätte ich denn wenden können?«

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    Der ungeeignetste Parkplatz


    Zur Internationalen Automobilausstellung 1981 in Frankfurt fuhr der Autohändler Gerd P. mit seinem neuen BMW 635 CSi.

    Er fand auch einen günstigen Parkplatz allerdings fand er auch abends seinen brandneuen BMW zur Hälfte wegrasiert vor. Wie die Bundesbahndirektion Frankfurt mitteilte, war der Wagen an den Gleisen des Güterbahnhofs abgestellt worden.

    Beim Rangierbetrieb hatte man das Fahrzeug dann völlig übersehen.

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    Polizeiliche Niederlage


    Ein an das Übersinnliche glaubendes Gericht sprach den Arzt Peter T. frei, obwohl die Polizei ihn betrunken am Steuer seines Autos erwischt hatte.

    Er war ohne Hemd und ohne Socken mehrmals mit seinem Wagen die Hauptstraße eines Ortes entlanggefahren. Ein Gutachter sorgte für den Freispruch: Peter T. sei anerkannter Schlafwandler.
    Und in jener Nacht sei eindeutig Vollmond gewesen. Das Gericht schloß sich dieser Argumentation an.

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    Die mißlungenste Brücke


    Nur wenige Stunden nach dem Festakt, bei dem am 6. November 1969 in Anwesenheit des österreichischen Bauministers der letzte Brückenteil eingeschwenkt worden war, knickten zwei Hauptträger der vierten Wiener Donaubrücke mit ohrenbetäubendem Getöse ein.

    Die Brückenverkleidung riß, und man mußte befürchten, daß die ganze, mit einem Riesenaufwand errichtete Brücke in die Donau stürzen würde.

    So mußte bis zur Beseitigung der Gefahr auch noch die gesamte Schiffahrt eingestellt werden.

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    Der resoluteste Parkplatzsucher


    Über den Parkplatzmangel in Hamburg ärgerte sich der 37jährige Franz K. so sehr, daß er zu einem Eisenwarengeschäft fuhr, sich eine Säge kaufte und einen jungen, 10 cm starken Baum absägte.

    Als der resolute Autofahrer seinen neugeschaffenen Parkplatz noch sauber roden wollte, kam die Polizei und erstattete Anzeige.

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    Langwierige Verlobung


    Die längste Verlobungszeit verbrachten Octavio Guillen und Adriana Martinez in Mexiko.

    Sie begann im Jahre 1900 da lernten sich beide kennen. Erstaunlich schnell zwei Jahre später verlobten sie sich offiziell. Aber dann ließen sie sich Zeit: Erst 1969 traten sie vor den Traualtar.

    Beide waren inzwischen 82 Jahre alt und fühlten sich nach 67jähriger Verlobungszeit reif, eine Ehe einzugehen.

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    Mailer, Miller & Miller


    Zur Amtseinführung des französischen Staatschefs Mitterand wollte das französische Kultusministerium bekannte Künstler einladen.

    Mitterand hatte sich für den amerikanischen Schriftsteller Norman Mailer (Die Nackten und die Toten) entschieden, sein Ministerium hatte dies falsch verstanden und Henry Miller (Wendekreis des Krebses) eingeladen. In letzter Minute entdeckte allerdings irgend jemand, daß Henry Miller schon vor einem Jahr verstorben war.

    Um sich nicht die Blöße der Nachfrage bei Mitterand zu geben, lud man Arthur Miller (Der Tod des Handlungsreisenden) ein.

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    Ein "bißchen" verfahren


    Ein "kleiner" Ausflug endete für einen Schweden und seinen Enkel nach 1600 Kilometer langer Irrfahrt am Polarkreis. Sie waren von Sundsvall (Mittelschweden) im Auto zu einem 100 Kilometer entfernt gelegenen See gefahren. Auf dem Heimweg verfuhr sich der 72jährige nach eigenen Angaben "ein bißchen" und landete nach drei Tagen ununterbrochener Fahrt in Nordnorwegen.

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    Versandfehler


    Ein exquisites Requisiten-Versagen erlaubte sich eine renommierte Londoner Firma, die zur Premiere der Bayreuther Festspiele einen Stoffdrachen angefertigt hatte.

    Kopf und Rumpf des Untieres kamen rechtzeitig auf dem grünen Hügel an - nach dem langen -Hals suchte man vergeblich.

    Wie sich herausstellte, hatte man ihn statt nach Bayreuth nach Beirut geschickt.

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    "Verstorbener" verplappert sich am Telefon


    Um seine Schulden zu verringern, hat ein Arbeiter aus Münsingen (Kreis Reutlingen) seinen Tod vorgetäuscht. Der 29-Jährige hatte beim Kauf eines Handys einen zweijährigen Nutzungsvertrag unterschrieben. Als er arbeitslos wurde und ihm seine Schulden über den Kopf wuchsen, ließ der Mann sich selbst "sterben", um so aus dem Vertrag zu kommen, teilte das Amtsgericht Münsingen mit. Auf einem Briefbogen seines Vaters schrieb er der Firma, daß er bei einer schweren Operation verstorben sei. Als Beweis fügte er eine manipulierte Sterbeurkunde bei.

    Die Handy-Firma schickte ein Kondolenzschreiben und löste den Vertrag auf. Der vorgetäuschte Tod flog aber auf, als die Firma an die bestehenden Schulden von rund 2000 Mark erinnerte und um deren Begleichung "aus dem Nachlass" bat.

    Weil der angebliche Tote sich selbst mit vollem Namen am Telefon meldete, kam die Sache ans Licht. Die Quittung für den Betrug und die Urkundenfälschung: Zwei Monate Freiheitsstrafe auf Bewährung.

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    Vögel


    Zum Alptraum wurden den Bauherren von Axdorferfeld in der Nähe von Traunstein ihre nagelneuen Häuschen im Grünen.

    Schon im Morgengrauen hockten dort irre krächzende Rabenkrähen auf den Fensterbänken und hackten den frischen Kitt aus den Fugen. Außer Rand und Band demolierten sie Fensterscheiben bei dem Versuch, ihr eigenes Spiegelbild anzugreifen. Mehrere Häuser mußten evakuiert werden, so verstört waren deren Bewohner. Experten vermuten, daß die Vögel durch den Genuß der Kittmasse in den Rauschzustand verfielen. Entschädigung haben die armen Siedler nicht zu erwarten:

    Derlei Naturerscheinungen fallen versicherungsrechtlich uneingeschränkt unter »Höhere Gewalt«. Ihre Hoffnung ruht einzig auf den Schießkünsten der Jäger.






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