Ausführliches Inhaltsverzeichnis


NIEDERLAGEN, DIE DAS LEBEN SO SCHREIBT

A B C D E F G H I J K L M N O P R S T U V W Z


von TECHNIK bis TOURISMUS


Inhalt:

  • Manager-Niederlage

  • Die sinnloseste Lokomotive

  • Solar-technische Niederlage

  • Auch Ärzte brauchen Hilfe

  • Absolut realistisch

  • Fehltritt eines Elefanten

  • Tierische Niederlage

  • Todessehnsucht

  • Nix Peep-Show

  • Turnersprache

  • Telefonische Niederlage

  • Immer diese Tänzer

  • Das enttäuschendste Paris-Wochenende




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    Manager-Niederlage


    Die größte Niederlage seines Lebens erlebte der Sony-Gründer Akio Morita bei seiner eigenhändigen Entwicklung des Walkman.

    Als er erstmals seinem Management die Idee präsentierte, gab es keinen, der dafür war. Aber weil er nun mal der Chef war, tat man ihm den Gefallen und erlaubte den Bau von 500 Walkman.

    Trotz dieser Niederlage des Managements gelang es Sony bis heute (1998), mehr als 15 Millionen Walkmans abzusetzen.

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    Die sinnloseste Lokomotive


    In der Frühzeit der Eisenbahn gab es einen Ingenieur, der wohl die höchste Stufe der Inkompetenz erreichte.

    Er hieß Francis Webb und war Lokomotiv-Designer der North-West-Railway. Zu Beginn seiner Karriere konstruierte er wundervolle Maschinen, später wurden seine Entwürfe immer wirrer. Seine Lokomotiven wurden weder schneller noch stärker als andere Lokomotiven nur teurer und sinnloser. Seine größte Erfindung, die Lokomotive Teuton, hatte zwei Paar unabhängige Steuerräder.

    Das macht es möglich, gleichzeitig in zwei entgegengesetzte Richtungen zu steuern. Aufgrund dieser ausgefallenen Konstruktion schnaufte die Maschine wild, bewegte sich aber weder vor noch zurück.

    Diese Lokomotive wurde allerdings von einer anderen Lokomotive in Schwung gebracht, dann arbeitete sie zur vollen Zufriedenheit.

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    Solar-technische Niederlagen


    Eine solar-technische Niederlage erlebte Harry Fonbey, ein überzeugter Alternativler.

    Er ließ sich 1978 in Wilminghurst, Kalifornien, ein supermodernes Haus bauen. Mit einer technischen Ausrüstung, die wohl ihresgleichen sucht. Um nämlich jeweils die größte Sonneneinstrahlung auf seine Solarzellen des Hausdaches geraten zu lassen, hat er sein Haus drehbar angebracht. Fotoelektrische Zellen drehen das Haus immer der Sonne zu.

    Bei der Einweihung war Harry Fonbey stolz auf seine Erfindung. Inzwischen findet er kaum noch Schlaf in seinem Haus. Nicht etwa wegen der vielen alternativen Bewunderer seines Heims, sondern wegen der fotoelektrischen Zellen. Die reagieren nämlich auch auf Mondlicht.

    Und so dreht sich sein Haus nicht nur tagsüber, sondern auch nachts. Ohne Unterbrechung.

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    Auch Ärzte brauchen Hilfe


    Daß die Ärzte nicht nur Hilfe bieten, sondern auch Hilfe brauchen, das ist statistisch bewiesen.

    Zumindest in den USA. Hier begehen Ärzte dreimal häufiger Selbstmord als Angehörige anderer Berufsgruppen. Psychologen führen das darauf zurück, daß Ärzte besonders arbeitssüchtig und idealistisch seien und deshalb Fehlschläge schlecht verkraften können.

    Um in Zukunft Fehlschläge besser zu ertragen, schritt daher in Kalifornien der Berufsverband ein: Er richtete eine Telefonhilfe für hilfesuchende Ärzte ein.

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    Absolut realistisch


    Eines der unfreiwillig-fröhlichsten Theaterstücke wurde 1870 in London ausgebuht.

    Das Stück begann mit einer Picknick-Szene, bei der aus Gründen der Realistik echte Brathähnchen und echter Champagner verkonsumiert wurden. Hemmungslos betrank sich das ganze Ensemble, und schon bald alberten sie so stark herum, daß auch gutwillige Zuschauer unruhig wurden.

    Die Hauptdarstellerin hatte längst ihren Text vergessen, grinste nur noch blöde ins Publikum und lehnte sich an die Dekoration, die daraufhin zusammenbrach. In der nächsten Szene erschien sie mit je einem roten und einem grünen Schuh auf der Bühne.

    Als das Publikum wieder zu buhen begann, wurde sie wütend und brüllte ins Parkett: »Was lacht ihr denn so, ihr Idioten. Wenn ihr endlich aufhört (hicks), kann ich mit dem scheußlichen Stück hoffentlich (hicks) weitermachen.« Worauf sich der Vorhang senkte.

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    Fehltritt eines Elefanten


    Den Freizeitpark »Safariland« bei Groß-Gerau wollte Herr M. aus Offenbach immer schon einmal besuchen.

    Dort laufen Tiere wild herum. Herr M. begegnete auch prompt einem Elefanten; er kurbelte die Scheibe herunter, um das Tier zu streicheln. Der Elefant, neugierig auf ein Stück Brat, griff mit seinem Rüssel in den Wagen hinein. Verängstigt drehte Herr M. die Scheibe wieder hoch, wobei er die Rüsselspitze einklemmte. Leicht erbost trat ihm darauf der Elefant den linken vorderen Kotflügel samt Scheinwerfer ein. Schlotternd vor Angst verließ Herr M. den Freizeitpark.

    Er fuhr aber nicht gleich nach Hause, sondern erst einmal in das nächste Lokal, um sich auf den Schrecken hin einen Cognac zu genehmigen. Das zog sich über den Nachmittag bis in den Abend hin. Dann fuhr Herr M. nach Hause. Auf der Kreuzung in Langen stoppte ihn die Polizei. Wegen der fehlenden Beleuchtung. Herr M. entschuldigte sich und begründete sein fehlendes Licht mit dem Fehltritt eines Elefanten.

    Die Polizisten, die ihn schon weiterfahren lassen wollten, glaubten ihren Ohren kaum. Sie nahmen ihn mit auf die Wache und unterzogen ihn einer Blutprobe. Worauf Herrn M. für ein halbes Jahr der Führerschein entzogen wurde.

    Einer Klage von Herrn M. gegen den Elefanten-Besitzer wurde nicht stattgegeben.

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    Tierische Niederlage


    Eine tierische Niederlage erlebte der Tierschutzverein in Queensbury in Nordengland.

    Ein Mitglied hatte Mrs. Leslee Holmes dabei beobachtet, wie sie eine Maus in den Käfig einer Pythonschlange beförderte. Der Tierschutzverein verklagte Frau Holmes daraufhin wegen Tierquälerei. Vor Gericht konnte Mrs. Holmes jedoch nachweisen, daß sehr oft schon Schlangen von Mäusen gebissen worden seien, so daß nicht eindeutig feststünde, wer hier wen gequält habe. Außerdem habe die Python die Maus nicht gefressen, sondern sie selbst habe die Maus nach einiger Zeit wieder lebendig aus dem Käfig herausgeholt.

    Das Gericht schloß sich ihrer Argumentation an, sprach Mrs. Holmes frei und wies den Tierschutzverein an, die Verfahrenskosten in Höhe von 300 Pfund zu zahlen.

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    Todessehnsucht


    Der Niagara-Fall hat immer schon Rekordsüchtige angezogen, und es gibt diverse Rekordversuche, bei denen sich Bezwinger der Fälle Hals und Bein brachen.

    Eine interessante Variante dieser Todessehnsucht führte Bobby Leach vor, ein Engländer, der sich am 25. 7. 1911 in einer Stahltonne die Wasserfälle hinuntertreiben ließ. Er bezwang zwar die Fälle aber nur mit gebrochenen Kniescheiben und zerschmettertem Kiefer.

    15 Jahre später dagegen klappte seine Todessehnsucht: Er rutschte auf einer Apfelsinenschale aus und starb an den Folgen dieses Sturzes.

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    Nix Peep-Show


    Eine erfolglose Anfrage richtete eine Reiseagentur aus Prag an ein Peep-Show-Unternehmen in München.

    »Sehr geehrte Herren, bei unseren Busreisen nach München, die wir jedes Jahr für Helden der sozialistischen Arbeit veranstalten, wollen wir im Rahmen der Stadtbesichtigung auch den Besuch einer Peep-Show ins Programm aufnehmen. Wegen.der beschränkten Zuteilung von Devisen ist für unsere Reiseteilnehmer der Preis von einer Mark pro Minute zu hoch.

    Wäre es möglich, daß unsere Reiseteilnehmer zu dritt oder zu viert in die Kabine gehen könnten. Hierbei würde sich eine Ermäßigung auf 33 beziehungsweise 25 Pfennig pro Kopf ergeben, was dem Reisebudget unserer Teilnehmer und unserem Kollektivgeist eher entsprechen würde. CEDOK. Revolucni ulice, Praha 1.«

    Der Vorschlag wurde abgelehnt.

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    Turnersprache


    Der Westfälische Turnerbund e. V. veröffentlichte am 23. September 1981 eine Stellenanzeige in Die Welt, in der nicht weniger als zehn Satzfehler zu finden waren.

    Kein Wunder es wurde ein Bildungsreferent gesucht.

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    Telefonische Niederlage


    Eine wenig revolutionäre, aber kostspielige Niederlage erlitt die Freie Universität Berlin während der 1968er Studentenrevolte.

    Die linken Studenten hatten für einige Tage das Rektorat der Uni besetzt und waren mit viel Energie dabei, die Gesellschaft zu verändern. Von den revolutionären Idealisten unbemerkt, hatte sich ein verliebter Kommilitone in der Telefonzentrale eingenistet und stundenlang mit seiner japanischen Freundin Ferngespräche geführt.

    Nachdem wieder normale Zustände eingekehrt waren, erhielt die Universitätsverwaltung eine Fernmelderechnung, auf der für über 80000 DM Japan-Telefonate vermerkt waren. Die Post bestand auf Begleichung der Rechnung.

    Der verliebte Verursacher war namentlich nicht zu ermitteln.

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    Immer diese Tänzer


    Die japanischen Behörden sind der Ursache geheimnisvoller Erdstöße auf die Spur gekommen, die die Bewohner der japanischen Stadt Kawasaki in Unruhe versetzt hatten.

    Kein Erdbeben hatte, wie zunächst befürchtet, die Häuser erschüttert, sondern die Besucher eines Nachtclubs. Bis zu 1100 Gäste waren im Takt der Musik gleichzeitig auf- und abgesprungen und hatten in der näheren Umgebung den Boden wanken lassen.

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    Das enttäuschendste Paris-Wochenende


    Ein billiges, aber absolut enttäuschendes Paris-Wochenende erlebte eine Gruppe dänischer Hausfrauen aus Aarhus.

    Mit Soerensens-Busunternehmen reisten sie freitags im September 1981 los. Weil der Bus unterwegs eine Panne hatte, benötigte er 23 Stunden bis zum Bestimmungsort. Der aber lag 80 km von Paris entfernt. Als die geschafften Damen endlich in der Halle des Gare de l'Est standen, verblieben ihnen noch ganze zwei Stunden für Paris. Und die gingen fürs Geldwechseln und den Einkauf von ein paar Reiseandenken drauf. Danach mußten die Däninnen schleunigst zurück, um die Tortur der Rückreise nicht zu versäumen.

    »An Paris erinnern wir uns nur sehr ungern«, erklärte die Leiterin der Reisegruppe, die das unlautere Angebot von Soerensen vor die Verbraucherschutzbehörde brachte.






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