Ausführliches Inhaltsverzeichnis


NIEDERLAGEN, DIE DAS LEBEN SO SCHREIBT

A B C D E F G H I J K L M N O P R S T U V W Z


von RAD bis REINIGUNG


Inhalt:

  • Radlerpech

  • Schmerzliche Entwöhnung

  • Juristische Niederlage

  • Tollkühner Neuerer

  • Rettung

  • Revolutionäre Niederlage

  • Erfolglose Putschversuche

  • Rhetorischer Schwachsinn

  • Der ungeschickteste Ringer

  • Rotes Kreuz

  • Das feuchteste Unentschieden

  • Reiseziel vergessen

  • Strommast in Radarfalle

  • Die mißlungenste Kanalentrümpelung




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    Radlerpech


    Eine erfolglose Radtour um die Welt unternahm Michael M., ein 22jähriger Zeichner aus England.

    Er startete im August 1975 zu seiner Weltreise. Zwei Jahre war er unterwegs vom Mißgeschick verfolgt: Von jugoslawischen Bauern wurde er ausgeraubt; auf dem Khyber-Paß wollte man ihn steinigen, und in einem Schneesturm im Himalaja wäre er beinahe erfroren.

    Das letzte Stück wollte er daher begreiflicherweise abkürzen und flog mit dem Flugzeug. Da hätte er nur noch mit dem Fahrrad vom Flughafen; nach Hause strampeln müssen.

    Aber auch das klappte nicht: Denn auf dem Transportband zwischen Flugzeug und Zoll verklemmte sich das Fahrrad und war nicht mehr reparabel.

    Michael M. mußte zu seiner eigenen Enttäuschung nach Hause trampen.

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    Schmerzliche Entwöhnung


    Bis vor kurzem hatte Manfred D. (39) aus München die Angewohnheit, auf seiner Toilette zu rauchen.

    Seit dem 17. 11. 1980 hat er sich das abgewöhnt. Am Abend dieses Tages frönte er das letztemal seiner Angewohnheit, denn als er die Kippe in die Schüssel warf, explodierte diese und verletzte ihn an wesentlichen Teilen.

    Seine Frau hatte nämlich kurz vorher Benzin in die Toilette geschüttet. Die Krankenträger kamen, legten ihn auf die Trage und wollten ihn die Treppe hinuntertragen.

    In diesem Moment erzählte Frau D., wie es zu dem Unfall gekommen war. Worauf die Krankenträger so lachen mußten, daß Herr D. von der Trage fiel und sich einen Arm brach. Im Krankenhaus gab er dann das Rauchen auf.

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    Juristische Niederlage


    Paul Huberts wurde im Jahre 1863 von einem Gericht in Bordeaux für schuldig befunden und zu lebenslanger Haft verurteilt.

    Trotz mehrmaliger Versuche kam sein Fall erst 21 Jahre später zur Revision.

    Dabei stellte sich heraus, daß er wegen versuchten Mordes an sich selbst verurteilt worden war.

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    Tollkühner Neuerer


    Am Regenschirrn emanzipierte sich im Jahre 1756 der Engländer Jonas Hanway.

    Bis zu diesem Zeitpunkt trugen nämlich ausschließlich die Damen den Schirm. Als Mr. Hanway mit Regenschirm die Straße betrat, kam es zu einem Volksauflauf.

    Die Mitglieder der Droschkenkutscher-Vereinigung verprügelten ihn, weil sie fürchteten, die Schirmmode könne sich durchsetzen und damit ihr Geschäft kaputtmachen.

    Sie zerfetzten dem modemutigen Herrn nicht nur den Schirm, sondern rissen ihm noch den Hut vom Kopf.

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    Rettung


    Einer Herde Delphine verdankt der niederländische Pilot Henri van Vleet, der wegen eines Defektes an seinem Hubschrauber in der Java-See notlanden mußte, seine Rettung.

    Nach Berichten der Nachrichtenagentur Antara in Djakarta war der Niederländer acht Tage und neun Nächte mit einem Schlauchboot im Meer herumgeirrt. In dieser ausweglosen Situation tauchten die Delphine auf und stießen das Boot mit ihren Nasen rund zehn Kilometer vor sich her bis zum Strand der nächsten Insel.

    Die sonderbare Rettung wurde im neu errichteten Hotel des Eilandes gebührend gefeiert. Leider endete das Fest mit einer Schlägerei, in deren Verlauf der Pilot so schwer verletzt wurde, daß er mit einem Seenot-Hubschrauber ins Unfallkrankenhaus nach Djakarta transportiert werden mußte.

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    Revolutionäre Niederlage


    Die erfolglosesten Revolutionäre traten bei den Osteraufständen 1916 in Irland in Aktion.

    An einem Sonntag wurden 12000 Männer zur Revolution aufgerufen. Es kamen aber nur 1500 Mann, weil die restlichen 10500 durch einander widersprechende Befehle verwirrt worden waren. Dem kleinen Häufchen der Revolutionäre las ihr Führer die Resolution der Freiheit vor und befahl, diese Resolution überall in Dublin auszuhängen.

    Man hatte aber vergessen, Kleister zu besorgen, und weil Sonntag war, konnte man keinen kaufen. So kam es zu der ersten und einzigen Plünderung: Aus einem Lebensmittelgeschäft wurde ein Paket Mehl geklaut, um damit Klebstoff herzustellen.

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    Erfolglose Putschversuche


    Erfolglose Putschversuche starteten 1964 die Faschisten in Rom:

    Sie versammelten sich am Stadtrand, um von dort in die City zu marschieren. Unterwegs allerdings verloren sich die Einheiten in dem Straßengewirr, so daß man den Putsch lieber aufgab.

    1974 versuchten es die Faschisten in Kalabrien erneut. Aber wieder waren die Umstände dagegen: Wegen wolkenbruchartigen Regens wurde der Putsch von dem Kommandanten abgesagt.

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    Rhetorischer Schwachsinn


    Den Titel des »Sprachkünstlers des Jahres« errang 1977 Dr. David Coward mit seinem Vortrag über »Männerpissoirs gestern und heute«.

    Den zweiten Platz erhielt ein Mediziner, der sein Thema: »Wie unterscheide ich rechts von links« mit Aufnahmen von Billardkugeln aus den verschiedensten Blickwinkeln unterstützte.

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    Der ungeschickteste Ringer


    Einen wahren Sieg über sich selbst errang der Ringer Stanley P. bei einem offiziellen Turnier in Providens.

    Er verhedderte sich während des Kampfes in den Seilen des Ringes und berührte bei den Bemühungen, sich zu befreien, mit beiden Schultern den Boden.

    Der Schiedsrichter ließ das Reglement sprechen: Den Siegerkranz erhielt - völlig unverdienterweise - der Rivale.

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    Rotes Kreuz


    Von einem schweren Schicksalsschlag wurde das Deutsche Rote Kreuz in Köln ereilt.

    Das langjährige DRK-Mitglied Ralf S. bekannte sich öffentlich zu seiner Homosexualität und wollte eine Schwulengruppe ins Leben rufen. Wie die wildgewordenen Hornissen reagierten die »guten Menschen der Kreisgruppe« auf diese »ungeheuerliche« Eröffnung des vordem so angesehenen Rotkreuzhelfers.

    Sie feuerten ihn kurzerhand aus ihrer humanitären Vereinigung. Zu spät ging ihnen auf, daß sie gegen so gut wie alle Regeln des Menschenrechts und der Humanität verstoßen hatten.

    Spott und Hohn prasselte auf sie nieder, ein Prozeß wegen Satzungsverstoßes und Diskriminierung stand ihnen ins Haus, und eine ganze Reihe Mitglieder haben dem DRK den Rücken gekehren.

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    Das feuchteste Unentschieden


    Die traditionsreichste Ruderregatta der Welt ist zweifellos der Achter-Wettbewerb zwischen den Mannschaften der Universitäten Oxford und Cambridge, in deren langer Geschichte es nur eine Handvoll Unentschieden gab.

    Das feuchteste brachten die Ruderrecken des Jahres 1912 zustande. Beide Boote sanken vor Erreichen des Ziels.

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    Reiseziel vergessen


    Den Flug über den Atlantik hatte das Ehepaar aus den USA gut überstanden, doch in Frankfurt konnten sich weder der 82jährige Mann noch seine Frau an ihr Reiseziel erinnern. "Münster bei Dieburg", schwante es ihnen, und sie fuhren im Mietwagen dorthin. Doch das stimmte nicht.

    Die Polizei vermittelte ein Hotelzimmer und half beim Suchen. Nach mehrstündigen Telefonaten stand fest: Die beiden wollten nach Österreich, aber vorher noch zu Bekannten nach Aschaffenburg, wo sie bis 1987 gewohnt hatten. Die Adresse fand sich auf einem Kofferanhänger.

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    Strommast in Radarfalle


    Wegen überhöhter Geschwindigkeit haben Radarfallen im australischen Bundesstaat Südaustralien unter anderem einen festverankerten Strommast und ein Fahrzeug, das in einem Stau stand, "geblitzt".

    Die Meßgeräte wurden aus dem Verkehr gezogen, nachdem ein Gerät den 73 Stundenkilometer schnellen Strommast registriert hatte. Zuvor war eine 70jährige Großmutter mit 118 km/h in die Falle gegangen - allerdings stand die alte Dame mit ihrem Auto in der Hauptverkehrszeit in einem Stau. Untersuchungen ergaben, daß eine der zwölf in Südaustralien verwendeten Radarfallen fehlerhaft war.

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    Die mißlungenste Kanalentrümpelung


    Eine Reinigungskolonne war im Sommer 1978 von der britischen Wasser- und Schiffahrtsbehörde zur Entrümpelung des Chesterfield-Stockwith-Kanals beordert worden.

    Während ihrer Teepause wurden die Arbeiter von einem Polizeibeamten aufgestört, der sie auf einen Wirbel im Kanal aufmerksam machte. Als die Saubermänner nach der ominösen Erscheinung Ausschau hielten, war es allerdings bereits zu spät. Ihre ehemals wasserreiche Wirkungsstätte war ausgelaufen.

    Im Eifer hatten sie den Verschlußdeckel des Kanals aus dem Schlamm gezogen.






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