Ausführliches Inhaltsverzeichnis


NIEDERLAGEN, DIE DAS LEBEN SO SCHREIBT

A B C D E F G H I J K L M N O P R S T U V W Z


von PAPST bis PROMINENTE


Inhalt:

  • Unerhört

  • Die Schildbürger von Frankfurt

  • Die erfolgloseste Manipulation

  • Ungeduldiger Picknicker

  • Allzuspäter Posteingang

  • Posthume Niederlage

  • Die bitterste Niederlage des deutschen Volkes

  • Die langweiligsten Reden

  • Der penetranteste Verlierer

  • Die unbeliebtesten Politiker

  • Der miserabelste Dolmetscher

  • Der kriegerischste Staat

  • Stümperhafte Gesetzgeber

  • Mangelhafte Geographie-Kenntnisse

  • Die faulste Presseerklärung

  • Folgenreicher Personalmangel

  • Einseitige Bevorzugung

  • Postalische Niederlage

  • Unmögliche Niederlage

  • Die schlechtbesuchteste Demo

  • Eintragungsniederlage

  • Geleimt

  • Die peinlichste Enter der Pressegeschichte

  • Vertrieb vergessen

  • Der unbeliebteste Chefredakteur

  • Prophetische Niederlage

  • Gigantische Fehleinschätzungen

  • 9000 Pfennige erbeutet

  • Umweg über Peking

  • Pech für Panzerknacker

  • Papi ist im Kleiderschrank

  • Wie sagt man das der Polizei ?

  • Berühmte Versager




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    Unerhört


    Während des Konklaves, in dessen Verlauf er zum Papst gewählt wurde, begab sich Karol Wojtyla zum Wallfahrtsort Mentorella.

    Nachdem er sein Gebet beendet hatte, wollte er rasch zurück zum Vatikan fahren. Doch der Herr war nicht mit ihm. Wojtylas Auto streikte. Der Kardinal aber schickte sich in seine Niederlage, behielt sein Gottvertrauen und wandte sich der Straße zu. Er postierte sich am Wegesrand und hob eifrig den Daumen.

    Ein Kleinbus-Fahrer nahm ihn per Anhalter mit und lieferte ihn rechtzeitig zur Papstwahl ab.

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    Die Schildbürger von Frankfurt


    Damit sich Frankfurts »Gut Stubb« adrett und dekorativ ausmacht, sollen Stadtstreicher, die in der aufwendig ausgestatteten Fußgängerzone schlafend oder Wermut trinkend angetroffen werden, bestraft und aus der Innenstadt vertrieben werden, das ist der Wille des klugen Magistrats.

    Auf daß den Pennern der Ernst der Lage recht deutlich würde, beschlossen die Ratsherren, Bußgeldbescheide bis zu einer Höhe von 1000 DM zu verhängen.

    Da es sich aber bei den mutmaßlichen Empfängern um obdachlose Mitbürger handelt, steht die Justizbehörde ratlos vor dem Problem, wie sie die Bescheide ordnungsgemäß zustellen soll.

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    Die erfolgloseste Manipulation


    Die erfolgloseste Pferdewette erreichte Mr. Horatio Bottomley, englischer Politiker und Pferdebesitzer.

    Er wollte gewinnen, deshalb kaufte er vor dem Rennen in Blankenberge, Belgien, alle am Start befindlichen Pferde auf. Dann kaufte er sich sechs englische Jockeys, die instruiert wurden, in welcher Reihenfolge sie durch das Ziel zu gehen hätten.

    Als letzte Vorsichtsmaßregel und um nichts dem Zufall zu überlassen, sattelte er selbst die Pferde. Bis zur Hälfte des Rennens lief a1les glatt, bis plötzlich ein dichter Nebel, von der Küste kommend, die ganze Rennbahn einhüllte. Die Jockeys konnten sich gegenseitig nicht ausmachen, und die Schiedsrichter konnten die Pferde nicht mehr sehen.

    Die Pferde, die trotz des dichten Nebels das Ziel erreichten, taten dies natürlich nicht mehr in der abgesprochenen Reihenfolge. Mr. Bottomley verlor sein Glück und sein Vermögen.

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    Ungeduldiger Picknicker


    In seinem alten 2 CV ärgerte sich Joseph Jouan (64) aus Nanterre über den Lastwagen, der ihn nicht überholen ließ.

    Bis er eine Parkbucht rechts an der Straße sah. Mit Vollgas preschte er mitten durch eine Picknick-Gesellschaft. Joseph und sein 2 CV schafften es mit letzter Kraft, vor dem Lkw wieder auf die Landstraße einzubiegen.

    Er hatte es so eilig, weil er noch rechtzeitig zu einem Picknick bei Freunden erscheinen wollte. Er kam auch pünktlich, mußte allerdings das Picknick frühzeitig verlassen:

    Die Polizei war ihm auf der Spur. Denn die Gäste des ersten Picknicks hatten ihn angezeigt: wegen Zerstörung eines Picknicks.

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    Allzuspäter Posteingang


    Außenhandelsminister Li Tschian erhielt im Jahre 1978 ein Schreiben der englischen Königin Elisabeth I.

    Es war ein wenig altmodisch aufgemacht, aber gegen den Inhalt war nichts einzuwenden: Sie fand, daß man die Kaufleute beider Kontinente gut behandeln solle, um so den Warenaustausch zu fördern. Das einzig Interessante an dem Schreiben war das Datum:

    Der Brief war vor 384 Jahren an den Kaiser Wan Li aufgegeben worden. Leider waren die beiden Kaufleute, die den Brief überbringen wollten, nicht so richtig behandelt worden:

    Auf dem Weg waren sie eines »unnatürlichen Todes« gestorben.

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    Posthume Niederlage


    Hans Herbert Karry, der vor seiner Ermordung durch Unbekannte Schatzmeister der FDP war, mußte sich posthum allerlei Unregelmäßigkeiten andichten lassen.

    Sobald in Zusammenhang mit Parteispenden Otto Graf Lambsdorff und andere FDP-Großkopferten ins Zwielicht gerieten, behaupteten sie, das entgegengenommene Geld habe Karry erhalten.

    Da die Spendenbeträge nie in dessen Unterlagen auftauchten und er selbst zu einer klärenden Auskunft nicht mehr gehört werden konnte, wurde sein seliges Angedenken erheblich strapaziert, was dem ehedem festfrohen und leutseligen Karry im Jenseits vermutlich aber vollkommen schnurz sein wird.

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    Die bitterste Niederlage des deutschen Volkes


    Laut Selbstauskunft im Fragebogen des FAZ-Magazins wollte Helmut Kohl Bauer werden.

    Leider ist er nur Bundeskanzler geworden.

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    Die langweiligsten Reden


    Eine der langweiligsten und längsten Reden im Parlament hielt der amerikanische Senator Wayne Morse mit 22 Stunden und 26 Minuten über das Tideland-Öl.

    Übertroffen wurde er von Kilmer Gorbin, der es zum Thema der finanziellen Begünstigung bei Wasserobjekten auf 28 Stunden und 15 Minuten vor dem Parlament brachte.

    Die rhetorische Krone gebührt aber zweifellos Ralph Gasque aus South Carolina, der am 3. April 1963 über die Begleichung seiner Rechnung für Brillengläser das Parlament ungeheuer langweilte: 38 Stunden und 20 Minuten lang.

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    Der penetranteste Verlierer


    Der penetranteste Verlierer der deutschen Politik heißt Hans Jochen Vogel.

    Der ehemalige Oberbürgermeister von München wurde zunächst von seinen sozialdemokratischen Parteigenossen aus Bayern vergrault, weil sie ihn nicht ausstehen konnten. Als Justizminister der sozialliberalen Koalition klebte er aber weiterhin an der Position des bayerischen Spitzenkandidaten für Bundestagswahlen.

    Gegen seinen Widersacher Franz Josef Strauß verlor Vogel von Mal zu Mal höher. Fürs Verlieren prädestiniert schickte die Partei den oberlehrerhaften Minister 1981 nach Berlin, wo es gerade Senatswahlen zu verlieren gab. Vogel erfüllte die in ihn gesetzten Erwartungen und entblödete sich nicht, anderthalb Jahre später als Kanzlerkandidat gegen Helmut Kohl anzutreten.

    Prompt verlor er die Wahl und wurde der langweiligste Oppositionsführer, den die Welt je gesehen hat. Es steht zu vermuten, daß dieser penetrante Verlierer die deutsche Öffentlichkeit noch geraume Zeit mit seinem sauren Gesicht anöden wird.

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    Die unbeliebtesten Politiker


    Die unbeliebtesten Politiker sind uns nur aus England bekannt.

    Der Kandidat der Liberalen im Jahr 1832, Lord Garvagh, erhielt bei den Parlamentswahlen keine einzige Stimme. 1842 gelang zwei Mitgliedern der Charisten-Partei erneut dieser Rekord. Und 1848 ereilte das dritte Mitglied dieser Partei dasselbe Schicksal seither gibt es keine Charisten mehr. Dem konservativen Vicomte Lascelles gelang es 1847 ebenfalls, keine Stimme für sich zu gewinnen, und die Liberalen hatten mit Mr. Brown im Jahre 1859 kein Glück.

    Der letzte Politiker, der keine Stimme errang, war Mr. Lees im Jahre 1860. Seither wurde es gestattet, für sich selbst zu stimmen. Und seither hat jeder Politiker immer mindestens eine Stimme.

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    Der miserabelste Dolmetscher


    Der miserabelste Dolmetscher begleitete den amerikanischen Präsidenten Carter auf dessen Reise durch Polen.

    Schon auf dem Warschauer Flughafen gab er Carters "Wünsche für die Zukunft"als"Gelüste auf die Zukunft" wieder. Bei einem kurzen Statement zum Flug von Washington nach Warschau überraschte er die polnischen Gastgeber mit der Meldung, daß der Präsident nicht mehr nach Amerika zurückzukehren gedenke.

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    Der kriegerischste Staat


    Zwei Weltkriege gleichzeitig führte Andorra.

    Denn als am Ende des Ersten Weltkrieges der Friedensvertrag von Versailles unterzeichnet wurde, hatten die Großmächte Andorra vergessen. Die reguläre Armee dieses Pyrenäenstaates bestand aus einem Offizier, sechs Soldaten und vier Generälen.

    1939 verschlechterte sich die Situation Andorras, als es feststellte, daß es jetzt zwei Weltkriege gleichzeitig führen mußte. Der Verteidigungsetat wurde regelmäßig für Übungsmunition bei Staatsbesuchen ausgegeben.

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    Stümperhafte Gesetzgeber


    Als absolut stümperhaft erwies sich das Volkszählungsgesetz, das mit den Stimmen aller Parteien des Deutschen Bundestages im Jahre 1982 beschlossen worden war.

    Weil die Bundesregierung uneinsichtig blieb und das Gesetz nicht zurückzog, gingen zwei Hamburger Rechtsanwältinnen vor das höchste deutsche Gericht. Daraufhin ordneten die Richter die Aussetzung der Volkszählung an, weil das Gesetz in mehrfacher Hinsicht Zweifel über seine Vereinbarkeit mit dem Grundgesetz zuließ.

    Zu diesem Zeitpunkt hatte der Staat bereits 100 Millionen DM in die Vorbereitung der Zählung gesteckt, die nunmehr sinnlos vertan waren.

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    Mangelhafte Geographie-Kenntnisse


    Dem amerikanischen Außenminister William Jennings Bryan sollte man es verzeihen, daß er einen Brief zuviel unterschrieb. Zur Einweihung des Panama-Kanals lud sein Ministerium alle seefahrenden Nationen ein, diesem großen Ereignis beizuwohnen. Die Marine der Schweiz wurde ebenfalls eingeladen.

    Das Schweizer Militär mußte bedauerlicherweise absagen wegen Nicht-Hochseetüchtigkeit ihrer Boote, mit denen sie normalerweise nur über die heimischen Seen schippern.

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    Die faulste Presseerklärung


    Die wohl faulste Presseerklärung der Kriminalgeschichte gab 1978 die Polizei von Dublin ab.

    Nachdem ihr beim Gefangenentransport ein Mörder entwichen war, ließ sie die erstaunte Öffentlichkeit wissen:

    »Der Flüchtige ist nicht gefährlicher als andere Mörder auch.«

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    Folgenreicher Personalmangel


    In der Nacht zum 7. Dezember 1981 erschien auf dem Polizeipräsidium von Portland (Oregon) ein Mann, der sagte, daß er der Flugzeugentführer sei, der 1971 ein Verkehrsflugzeug entführt, 200 000 Dollar Lösegeld erhalten und dann mit dem Fallschirm abgesprungen sei.

    Der diensthabende Polizist rief darauf die Kripo an. Diese empfahl, daß der Mann doch in einer Stunde wiederkommen solle wegen Personalknappheit sei vorher nichts zu machen.

    Der Mann verschwand. Jetzt allerdings ermittelt das Bundeskriminalamt gegen das Landeskriminalamt von Oregon.

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    Einseitige Bevorzugung


    Die für Diplomaten sicherste Hauptstadt der Welt ist Bonn.

    Denn hier sorgen für die 5000 Botschaftsangehörigen rund 1700 Polizisten und noch einmal 400 Beamte des Bundeskriminalamtes. Der Nachteil bei soviel polizeilicher Diplomatie: die Kriminalitätsrate im nichtdiplomatischen Bereich steigt stark an. 1980 wuchs die Zahl der Straftaten um fast 10% auf 30000.

    Davon konnten nur etwa 10000 Fälle aufgeklärt werden.

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    Postalische Niederlage


    Die Postdirektion in Göteborg wollte ihren Mitarbeitern einen Film vorführen, der die Sicherheit und Schnelligkeit der Post pries.

    Die Vorstellung mußte ausfallen. Der Film war auf dem Postweg verlorengegangen.

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    Unmögliche Niederlage


    Obwohl der Besitz von Haschisch in Dänemark verboten ist, wurde von nicht-identifizierbaren Personen in der Nacht vom 21. auf den 22. März 1981 zu der größten Hasch-Party des Landes eingeladen.

    Natürlich hatte das Rauschgift-Dezernat von der Sache Wind bekommen und seine Fahnder in die gemietete Halle nach Kopenhagen geschickt. Aber Jan Andersen, der Einsatzleiter, mußte resignieren:

    »Wir hätten alle zwei- oder dreitausend Leute verhaften müssen. Das konnten wir nicht. Also konnten wir nur zuschauen.«

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    Die schlechtbesuchteste Demo


    Eine Demonstration war am 13. März 1981 in Darmstadt angesagt: gegen Wohnungsnot und die Räumung besetzter Häuser.

    Ein einzelner Demonstrant lief 11/2 Stunden durch Darmstadts Innenstadt mit seinem Transparent. Immerhin wurde er von einem Dutzend Ordnern und Polizeifahrzeugen mit Blaulicht eskortiert.

    Insgesamt waren 200 Beamte aufgeboten worden denn die Polizeiführung hatte mit rund 1500 Teilnehmern gerechnet.

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    Eintragungsniederlage


    Aufmerksame Leser des amtlichen Fernsprechbuches der Deutschen Bundespost (Ausgabe 27 Reutlingen-Rottweil) haben auf Seite 1086 eine überraschende Entdeckung gemacht:

    Dort steht unter dem Buchstaben »C« Villingen-Schwenningen (Ortsnetz Schwenningen) verzeichnet: Cäsar, Julius, Tyrann, Brutusweg 3, Tel. 84536. Wer die Nummer des römischen Kaisers anwählt, erreicht allerdings weder Cäsar noch seinen Telefonlakaien. Statt ihrer vernimmt er nach einem Piepsen die Durchsage:

    »Kein Anschluß unter dieser Nummer.« Bei der Post wird seither darüber gerätselt, wie die Eintragung ins Buch kam und wer die Zuverlässigkeit des amtlichen Telefonregisters unterminiert.

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    Geleimt


    Tatenlos zusehen mußte die Leiterin eines Londoner Postamtes, wie zwei Gangster umgerechnet 235 000 Mark einpackten und sich unbehelligt davonmachten.

    Die beiden Männer hatten der Postbeamtin June O'Brien Schnellkleber auf die Hände geschmiert und sie an die Wand gedrückt. Fast zwei Stunden mußte Frau O'Brien in dieser mißlichen Stellung ausharren. Ihr Ehemann, wegen ihres langen Ausbleibens besorgt, fand die Unglückliche und schnitt sie mitsamt der Tapete von der Wand.

    Im Krankenhaus wurde die gegen ihren Willen tapezierte Posthalterin mit großer Vorsicht von Papier und Mörtel befreit.

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    Die peinlichste Ente der Pressegeschichte


    Die peinlichste Ente der Pressegeschichte handelte sich das Nachrichten-Magazin STERN im Frühjahr 1983 ein.

    Ein windiger Antiquar aus Stuttgart drehte der vermutlich vor Sensationsgeilheit kopflos gewordenen Chefredaktion für einen Millionenbetrag eine plumpe Fälschung von Adolf-Hitler-Tagebüchern an.

    Obwohl durch kompetente Wissenschaftler gewarnt, behauptete der STERN die Echtheit der Tagebücher, und der (damalige) Redaktionschef Koch verstieg sich sogar dazu, »nun müsse die Weltgeschichte des zwanzigsten Jahrhunderts neu geschrieben werden«. Nach der zweiten Folge der »Tagebuch«-Veröffentlichung mußte der STERN die Publikation abbrechen und zugeben, daß man in der Chefetage dilettantisch und grob fahrlässig in der Zeitgeschichte herumgerührt hatte.

    Zwei Chefredakteure kriegten mit hohen Abfindungen den Hintern vergoldet und mußten gehen. An Zeitschriften im Ausland, die Übersetzungen der »Tagebücher« gekauft hatten, mußten empfindliche Konventionalstrafen gezahlt werden. Und das einstmals stolze Wort:

    »Ich bin vom STERN« will keinem seiner Mitarbeiter mehr fröhlich von den Lippen.

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    Vertrieb vergessen


    Die größte Niederlage bei der Herausgabe einer Zeitung hat wohl Mr. Burleigh mit seinem Commonwealth Sentiel erlitten.

    Seine Zeitung erschien am 6. Februar 1965 und wurde am 7. Februar 1965 wieder eingestellt. Vor der Erstausgabe ließ sich alles gut an: Mr. Burleigh schaffte Annoncen und Artikel heran, machte den Umbruch und überwachte den Druck. Dann lehnte er sich bequem zurück bis ein Anruf der Polizei seine Entspannungspause störte. 5090 Exemplare seiner Zeitung lagen vor Brown's Hotel und versperrten nicht nur den Hoteleingang, sondern die gesamte Straße. Mr. Burleigh hatte nämlich völlig vergessen, den Vertrieb seiner Zeitung zu organisieren.

    Die Drucker hatten die ganze Auflage einfach vor das Hotel gekarrt, in dem er wohnte. Soweit man weiß, wurde kein einziges Exemplar verkauft.

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    Der unbeliebteste Chefredakteur


    Unbeliebter als Johannes Gross war wohl noch nie ein zum Chefredakteur bestellter Journalist.

    Gross, der von den Eigentümern des Wochenmagazins STERN nach der peinlichen Hitler-Tagebuch- Affäre als neuer Mann für die Chefetage ausersehen worden war, vermochte seinen Job nicht eine einzige Minute lang auszuüben.

    Die gesamte riesige Redaktion machte nämlich geschlossen Front gegen ihn. Ihm wurde so viel Abneigung entgegengebracht, daß die Eigentümer ihn noch vor Dienstantritt baten, sein Amt aufzugeben was Gross auch widerwillig tat.

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    Prophetische Niederlage


    In unserem Jahrhundert bereitete der Halleysche Komet all jenen eine bittere Niederlage, die sich mit masochistischer Lust an Endzeitprophetien ergötzen.

    Die Weissagungen von Jeremias bis Nostradamus zeigten nach der Interpretation von Experten zwingend an, daß er Weltuntergang in der Nacht vom 17. auf den 18. Mai 1910 (Mitteleuropäische Zeit) stattfinden würde. Just zu diesem Zeitpunkt näherte sich nämlich der Halleysche Komet zum 27. Male seit seiner ersten Beobachtung unserem Planeten.

    Eine wahre Hysterie brach aus: Tausende von Menschen überall in Europa versammelten sich in Kirchen und beichteten ihre Sünden. Hunderte stürzten sich in den Tod, weil sie dem erwarteten Grauen zuvorkommen wollten. Andere verschenkten all ihre Habe, gaben sich einem besinnungslosen Vergnügungstaumel hin, steckten ihre Zigarren mit Geldscheinen an oder versuchten sich in Bunkern katastrophensicher zu verbarrikadieren, um auf diese Weise das Jüngste Gericht ungeschoren zu überstehen. (Man kann ja nie wissen, vielleicht läßt sich der Herrgott doch überlisten.) In Oklahoma mußte die Polizei sogar ein Mädchen vom Altar der »Select Followers« retten, wo die Sektenmitglieder gerade mit der rituellen Schlachtung ihres Menschenopfers beginnen wollten, um damit den Allgewaltigen zu besänftigen.

    Die ganze Aufregung war umsonst, wie Sie, Leser(in), aufgrund der Tatsache, daß Sie hier auf Erden noch frech Ihr Unwesen treiben, leicht erkennen können. Der Komet erleuchtete den Nachthimmel, was sehr schön anzusehen war, und zischte an Mütterchen Erde vorbei. Am besten hielten sich übrigens die Engländer im seelischen Gleichgewicht.

    Dieses Volk der notorischen Wetter wartete mit so großer Spannung auf den Ausgang der bevorstehenden Ereignisse, daß ihm weder die Zeit noch die Gelegenheit fürs Angsthaben blieb.

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    Gigantische Fehleinschätzungen


    »Mit Maschinen durch die Luft zu fliegen ist absolut unmöglich.« (Simon Newcomb, Professor der Naturwissenschaften, 1835 - 1909, 18 Monate bevor die Brüder Wright ihren ersten erfolgreichen Flug absolvierten.)

    »Nach meinen Berechnungen entstanden Himmel und Erde zeitgleich am 23. Oktober des Jahres 4004 vor Christus.« (Professor Dr. John Lightfoot, stellvertretender Rektor der Cambridge University, kurz vor der Veröffentlichung von Darwins »Entstehung der Arten«.)

    »Es ist dem Menschen unmöglich, die hohen Geschwindigkeiten der Eisenbahn zu ertragen. Sein Atmungssystem wird zusammenbrechen; Tod durch Lungenbluten wird die Regel sein.« (Professor Dr. Dionysys Lardner, 1793 - 1859, vom University College, London.)

    »Viel zu laut und viel zu viele Noten, mein lieber Mozart.« (Kaiser Ferdinand nach der ersten Aufführung von »Figaros Hochzeit«.)

    »Ich spielte einige Kompositionen von diesem schrecklichen Brahms. Was für ein unbegabter Bastard!« (Tschaikowsky am 9. Oktober 1886 in seinem Tagebuch.)

    »Beethovens >Siebente Symphonie< wird bald der Vergessenheit anheim fallen.« (Philip Hale, Musikkritiker der >Boston News<, 1937.)

    »Die Relativitätstheorie ist genauso ein Hirngespinst wie die Vorstellung; es gäbe Atome.« (Ernst Mach, 1838 - 1916, Professor für Physik an der Universität Wien.)

    »Sie haben einen unmöglichen Sound. Mit Gitarren besetzte Gruppen haben absolut keine Zukunft.« (Aus dem Schreiben der Schallplatten-Gesellschaft DECCA, in dem sie die »Beatles« ablehnte.)

    »Die Gemälde Rembrandts sind nicht zu vergleichen mit den Kunstwerken unseres außerordentlich begabten englischen' Malers Rippingille.« John Hunt, 1775-1848)

    »Die bei der Kernspaltung frei werdende Energie ist denkbar gering. Wer an die wirtschaftliche Ausbeutung von Atomenergie glaubt, lebt in einem Wolkenkuckucksheim.« (Professor Ernest Rutherford, 1871 - 1937, nachdem ihm 1919 der erste Nachweis einer Kernreaktion beim Stickstoff gelungen war.)

    »Aus dir wird nie was Richtiges werden.« (Münchner Gymnasiallehrer zu seinem zehnjährigen Schüler Albert Einstein.)

    »Wir werden ein 1000jähriges Reich schaffen.« (Adolf Hitler)

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    9000 Pfennige erbeutet


    Lange Gesichter dürften zwei Bankräuber beim Zählen ihrer Beute nach einem Überfall auf eine Bank in Castrop-Rauxel gezogen haben.

    Die mit einem Revolver ausgerüsteten Ganoven hatten die Bank gestürmt und alle Anwesenden zum Hinlegen aufgefordert. Geistesgegenwärtig flüchtete der Filialleiter in den Tresorraum und schlug die Tür hinter sich zu. In ihrer Not gaben sich die Gangster mit drei Jute-Geldsäcken aus dem Kassenraum zufrieden.

    Sie erbeuteten genau 9000 Pfennigmünzen.

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    Umweg über Peking


    Eine 34 240 Kilometer lange Weltreise hat ein Brief zurückgelegt, der an eine Frau in der amerikanischen Ortschaft East China adressiert war:

    "Da hat jemand bei der Post nur China gelesen und den Brief in den Schlitz für Übersee-Sendungen geworfen", erklärte man bei der Post. Der am 3. September eingeworfene Brief kam erst am 9. Oktober an seinem Bestimmungsort an - mit einem Pekinger Stempel.

    "Ich hatte mich schon gewundert, wo denn das Formular für den Rentenantrag bleibt", sagte die Empfängerin.

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    Pech für Panzerknacker


    Zu nächtlicher Stunde schweißten Einbrecher beim Einbruch in ein Institutsgebäude einen Tresor auf. Doch das Geld - rund 12 000 DM - war verbrannt, als sie es herausnehmen wollten.

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    Papi ist im Kleiderschrank


    Mit unbestechlicher Wahrheitsliebe hat ein fünfjähriges Mädchen in Essen der Polizei das Versteck ihres wegen Diebstahls gesuchten Vaters verraten, der vor den Beamten in einen Kleiderschrank geflüchtet war.

    Als die Polizei die Wohnung des 35jährigen durchsuchte, deutete die Kleine spontan auf den Kleiderschrank und rief: "Da drin ist der Papi."

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    Wie sagt man das der Polizei ?


    Aus Furcht vor Dieben hat ein Mann sein Auto demoliert und danach nur mit Mühe eine Polizeistreife von der Wahrheit überzeugen können.

    Der 25jährige verlor seine Autoschlüssel. Um einem möglichen Diebstahl des Wagens vorzubeugen, ließ er an den Reifen die Luft ab. Um später ins Auto zu kommen, schlug er eine Seitenscheibe ein. Bei dem Versuch, die Heizung in Gang zu setzten, ruinierte er schließlich das Zündschloß.

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    Berühmte Versager


    Keinen Erfolg in ihrem ursprünglichen Beruf hatten folgende Damen und Herren, die es immerhin später in anderen Berufen zu Ehren und Ansehen brachten:

    Perry Como als Friseur, Sean Connery als Lastwagenfahrer, William Faulkner als Anstreicher, Gerald Ford (amerikanischer Präsident) als Dressman, Paul Gauguin als Börsenmakler, Adolf Hitler als Kunstmaler, Dean Martin als Stahlarbeiter, Golda Meir als Lehrerin, Harry Truman als Herrenausstatter, Albert Einstein als Angestellter im Patentamt.






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