Ausführliches Inhaltsverzeichnis


NIEDERLAGEN, DIE DAS LEBEN SO SCHREIBT

A B C D E F G H I J K L M N O P R S T U V W Z


von MÄRCHEN bis MUSIK


Inhalt:

  • Klassische Sammlung von Niederlagen

  • Der beschissenste Marathon-Lauf

  • Maritime Niederlage

  • Der ungenaueste Wert von Pi

  • Pathologische Niederlage

  • Die unglückseligste Untersuchungsmethode

  • Kunstfehler

  • Die folgsamste Patientin

  • Die erfolglosesten Krankenschwestern

  • Bazillendorado

  • U-Boot unbekannter Nationalität

  • Die schmerzlichste militärische Niederlage

  • Niedriger IQ

  • Die lächerlichste Maus

  • Der unfähigste Taktiker

  • Langsamer Gutachter

  • Der unfähigste General

  • Erfolglose Abrüstungskonferenz

  • Lange Leitung

  • Lästige Gleichberechtigung

  • Code für Atomwaffen geknackt

  • Der untauglichste Panzer

  • Der miserabelste Kamikaze-Pilot

  • Der standhafteste Soldat

  • Orientierung verloren

  • Der erfolgloseste Luftangriff

  • Irrtümlicher Erfolg

  • Das unsicherste Museum

  • Peinliche Münze

  • Das miserabelste Orchester

  • Pianistische Niederlage

  • Rosenthal-Debakel

  • Der unfähigste Dirigent

  • Die miserabelste Konzertsängerin

  • Das blamabelste Chortreffen

  • Der erfolgloseste Sänger

  • Karajan die Extrawurst weggenommen




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    Klassische Sammlung von Niederlagen


    Besonderes Vergnügen bereitete es den Gebrüdern Grimm, Niederlagen und menschliche Katastrophen vorzugsweise mit tödlichem Ausgang für die Nachweh aufzubewahren. Hier eine kleine Auswahl:

    1. Naive Riesen werden von hinterlistigem Schneiderlein geblufft und bringen sich gegenseitig um. (Das tapfere Schneiderlein)

    2. und 3. Wolf überfrißt sich, schläft ein, kriegt den Bauch aufgeschnitten und mit Steinen gefüllt. Er stirbt an den Folgen des Eingriffs. (Rotkäppchen/Der Wolf und die sieben Geislein)

    4. Frau pokert zu hoch und landet im selben Pißpott, aus dem sie sich unter großen Anstrengungen herausgearbeitet hatte. (Von dem Fischer unsyner Fru)

    5. Alte Kräuterfrau wird von verhaltensgestörten Kindern in den Backofen gestoßen und verbrannt. (Hänsel und Gretel)

    6. Antiautoritär erzogenes Mädchen wird von rigider Frau mit Pech übergossen und ist lebenslang entstellt. (Frau Holle)

    7. Stolze junge Mutter wird psychisch völlig fertiggemacht und im Zustand der Apathie verheiratet. (König Drosselbart)

    8. Alternde Königin wird von unbedarftem Teenager ausgestochen, versucht sich zu wehren und wird dafür zu Tode gefoltert. (Schneewittchen)

    9. Kleinwüchsiger wird von Sicherheitsbeamten ausgeforscht und in den Selbstmord getrieben. (Rumpelstilzchen)

    10. Sieben schwäbische Touristen werden heimtückisch in reißendes Wasser geleitet und ertrinken. (Die sieben Schwaben)

    11. Hase wird Opfer eines betrügerischen Igel-Pärchens. (Hase und Igel)

    12. Bewaffnete Terroristen nennen Besitzer eines im Wald gelegenen Ferienhauses rufmörderisch »Räuber« und vertreiben sie unter Anwendung von Gewalt aus dem Gebäude. (Die Bremer Stadtmusikanten)

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    Der beschissenste Marathon-Lauf


    Den wohl beschissensten Lauf absolvierte Nina Kuscsik 1972 beim Boston Marathon.

    Etwa bei Kilometer 15 stellte sich bei der in aussichtsreicher Position dahineilenden Nina eine Darmverstimmung ein. Bei Kilometer 20 war die Läuferin nicht mehr dazu in der Lage, ihr inneres Drängen zu kontrollieren.

    Sie schiß in die Laufhose, und der Segen lief ihr die Beine hinunter. Dennoch gab sie nicht auf, obwohl das applaudierende Publikum abrupt verstummte, sobald es den Zustand der daherstürmenden Nina erkannte.

    Nina Kuscsik gewann die Frauenwertung; ein beschissener Lauf war es aber dennoch.

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    Maritime Niederlage


    Der wohl peinlichste Vorfall für die Marine geschah im Jahre 1795 in Holland:

    Man führte damals Krieg gegen Frankreich. Der französische General Charles Pichegru war mit seinen berittenen Husaren auf dem Vormarsch gegen Amsterdam. Da entdeckte er die holländische Flotte eingefroren im Eis vor der Insel Texel.

    Er ließ seine Reiter über das Eis die Schiffe stürmen. Die holländischen Seeleute waren auf solchen Kampf nicht vorbereitet und verloren jämmerlich.

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    Der ungenaueste Wert von Pi


    Der ungenaueste Wert von Pi (Pi ist eine mathematische Konstante, die das Verhältnis des Umfangs des Kreises zu seinem Durchmesser angibt. Sie ist irrational und wird meistens bis zur dritten Dezimalstelle benutzt: 3,142.)

    Im Jahre 1897 jedoch verabschiedete die Generalversammlung von Indiana ein Gesetz, nach dem der Wert von Pi vier ist.

    Daher konnte man sichergehen, daß alle mathematischen und technischen Berechnungen in diesem Staate falsch sein würden.

    Es würde zum Beispiel bedeuten, daß eine Pendeluhr 15 Minuten pro Stunde vorgehen würde.

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    Pathologische Niederlage


    Wegen großer Geldnöte verkaufte Sören S. seinen Körper an das Carolin-Institut in Stockholm.

    Zu wissenschaftlichen Zwecken nach seinem Tode. Kurz darauf machte er aber eine interessante Erbschaft. Er versuchte daher, seinen Vertrag wieder rückgängig zu machen. Aber die Ärzte weigerten sich.

    Sogar einen Prozeß, den er anstrengte, verlor er. Ja vor Gericht wurde er sogar noch bestraft: weil er sich ohne Erlaubnis der Ärzte zwei Zähne hatte ziehen lassen.

    Die Schadenersatz-Summe betrug rund 200 Mark.

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    Die unglückseligste Untersuchungsmethode


    Als Brandstiftung sah ein Gericht die Bemühungen eines Tierarztes an, eine kranke Kuh zu heilen.

    Es war im August 1977, als ein niederländischer Tierarzt zu der Kuh eines Bauern gerufen wurde. Um die Darmgase zu untersuchen, führte der Arzt ein Röhrchen ein und hielt ein brennendes Streichholz an die Öffnung.

    Das Gas entzündete sich und entwickelte eine Stichflamme, die zunächst einige Strohballen entzündete und später den ganzen Hof. Der Sachschaden belief sich auf rund 150000 Mark.

    Der Tierarzt wurde zu 900 Mark Strafe verurteilt.

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    Kunstfehler


    Das schlechteste Hörgerät erhielt 1950 Walter Waiger aus Oberammergau.

    Gedacht war es als Hörhilfe für das linke Ohr. Bei einer laufenden Routine-Untersuchung stellte 1978 sein Arzt fest, daß Herr Waiger sehr viel besser ohne Hörgerät hören konnte. Das bestätigte auch der Patient. Er habe das Gerät nie benutzt nur zu Arztbesuchen.

    Eine eingehende Diagnose zeigt folgenden Befund: 1950 hatte man diese Hörhilfe für sein linkes Ohr dann für das rechte gemacht. 20 Jahre war Herr Waiger bei zahlreichen Ohrenärzten in Behandlung.

    Es war keinem aufgefallen.

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    Die folgsamste Patientin


    Der wohl vergeßlichste Arzt stammt aus Devon in England.

    Er empfahl einer Patientin im Jahre 1934, bei der er Grippe konstatierte, sie möge im Bett bleiben was die Dame auch getreulich tat. Und zwar 40 Jahre lang.

    Der vergeßliche Arzt war längst gestorben, als einer seiner Kollegen davon hörte und die Dame aus ihrem Bett befreite.

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    Die erfolglosesten Krankenschwestern


    Die erfolglosesten Krankenschwestern traf der Pensionär Harry L. auf einer Reise durch Südfrankreich.

    Im engen Autobus verlor er in der Mittagshitze das Bewußtsein. Worauf sich drei Krankenschwestern selbstlos zur Ersten Hilfe meldeten. Sie hatten sogar Erfolg denn der Pensionär erwachte sehr schnell aus seiner Bewußtlosigkeit. Allerdings:

    Die hilfreichen Schwestern hatten ihm bei den Wiederbelebungsversuchen eine Rippe gebrochen und schwere Quetschungen zugefügt.

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    Bazillendorado


    Die größte Menge Bazillen, die sich je auf einem menschlichen Körper niedergelassen haben, mußte Mary Mallon aus New York ertragen.

    Während einer Vorsorgeuntersuchung bei der Typhus-Epidemie 1903 hatte sie unter mindestens 130 Erkrankungen zu leiden, wie die Ärzte herausfanden. Sie war im Lebensmittelhandel tätig und weigerte sich standhaft, einen anderen Beruf anzunehmen.

    Dennoch: 1915 zwang man sie, bis zu ihrem Tode im Jahre 1938 permanent in Quarantäne zu leben.

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    U-Boot unbekannter Nationalität


    In einem mit militärischen einrichtungen gespickten Fjord an der schwedischen Ostseeküste wurde von einem Beobachtungsposten im Frührsommer 1983 das Periskop eines unbekannten U-Boots gesichtet, das unbemerkt durch alle Radarund Echolot-Kontrollen geschlüpft sein mußte.

    Die häufig von östlicher Spionage heimgesuchte Königlich Schwedische Marine schickte unverzüglich mehrere Kriegsschiffe aus, um das unerlaubt in schwedische Hoheitsgewässer eingedrungene Objekt zu stellen. Der Fjord wurde abgeriegelt, und die Jagd begann. Sie währte zehn Tage und versetzte ganz Schweden in Aufregung. Verschiedentlich konnte das Periskop von den Suchschiffen ausgemacht werden, ohne daß es gelang, des mutmaßlichen Feindaufklärers habhaft zu werden. Am Morgen des elften Tages nahm der Spuk sein Ende.

    Eines der Patrouillenboote fischte ein einseitig geschlossenes und beschwertes Plastikrohr aus der kippligen See, das einem Periskop täuschend ähnlich sah.

    Der offizielle Marinesprecher zeigte wenig Verständnis für den »üblen Scherz eines Unbekannten«.

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    Die schmerzlichste militärische Niederlage


    Die schmerzlichste Niederlage aller Zeiten erlitt das libysche Heer im Jahre 1300 vor Christus.

    Bei kriegerischen Auseinandersetzungen mit der Armee des ägyptischen Pharaos Menephta wurden sechs Generäle und 6359 libysche Soldaten kastriert. In konserviertem Zustand ließ der Pharao die reiche Beute nach Karnak bringen, um den Daheimgebliebenen zu beweisen, daß es sich um ganze Männer handelte, die da vernichtend geschlagen worden waren.

    Bildhauer des Herrschers mußten die Großtat in Wort, Zahl und Bild auf einem Monument einmeißeln, das noch heute besichtigt werden kann.

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    Niedriger IQ


    Überrascht reagierte der Verleger von Ladybird Books, als er vom Verteidigungsministerium eine Bestellung über mehrere hundert Exemplare des Werks »How Computers Work« erhielt.

    Er ließ die Militärverwaltung wissen, das Buch sei für Acht- bis Neunjährige gedacht. Das Ministerium, das die Intelligenz seines Personals anders einschätzte als der Verleger, ließ sich durch dessen Einwand nicht beirren und bestand auf Lieferung der Bücher für kindliche Gemüter.

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    Die lächerlichste Maus


    Unter dem Namen »Maus« entwickelten deutsche Militärtechniker während des Zweiten Weltkriegs einen Superpanzer.

    Geleitet wurde das Projekt von Dr. Porsche, dem Vater des Volkswagens. Die Maus war ein richtiggehendes Schlachtschiff zu Lande. Über 15 Meter lang, wurde es von einem 1500-PS-Motor angetrieben, hatte gewaltige Feuerkraft, konnte sich unter Wasser bewegen und war so stark armiert, daß es dem Angriff eines jeden anderen Panzers widerstehen konnte. Nur einen Nachteil hatte die Maus. Sie wog 180 Tonnen.

    Als man sie testete, demolierte sie die Straßen bis zur Unpassierbarkeit, sie löste derart heftige Vibrationen aus, daß Häuser Risse bekamen und Fenster barsten; und wenn sie ins Gelände geschickt wurde, sank sie so tief ein, daß sie manövrierunfähig steckenblieb.

    Das war das Ende dieser lächerlichen Riesenmaus.

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    Der unfähigste Taktiker


    Der unfähigste Taktiker war General Antonio Lopez de Santa Anna, der während des mexikanisch-amerikanischen Krieges alle Schlachten verlor.

    Einmal hatte er eine besonders interessante Idee: Für einen Überraschungsangriff ließ er seine Truppen die Uniform des Gegners tragen.

    Es entstand ein unglaubliches Chaos, aus dem wieder einmal der Gegner als Sieger hervorging.

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    Langsamer Gutachter


    Einer der langsamsten Waffenexperten wurde während des Zweiten Weltkrieges vom OKW der Deutschen Wehrmacht beauftragt, eine von den Franzosen neu entwickelte Richelieu-Kanone zu untersuchen.

    Das war 1940. Im April 1944 endlich übergab er ein dickes Dossier, das jeden Aspekt der neuen Waffe ausführlich behandelte.

    Nur zum Schluß wies er darauf hin, daß diese Waffe nicht mehr eingesetzt werden könne er habe nämlich während der vierjährigen Forschungstätigkeit alle Munition verbraucht.

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    Der unfähigste General


    Als der unfähigste General gilt Ambrose Everett Burnside.

    Während des amerikanischen Bürgerkrieges gelangen ihm fast nur Niederlagen. So ließ er einmal alle seine Soldaten einzeln hintereinander über eine Brücke marschieren, die unter feindlichem Beschuß stand.

    Nachdem er so seine Truppen verloren hatte, erfuhr er, daß der Fluß nur hüfthoch war und ohne Gefahr hätte durchquert werden können.

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    Erfolglose Abrüstungskonferenz


    Die erste folgenlose Abrüstungskonferenz fand im Jahre 1139 statt.

    In ihr vereinbarten alle beteiligten Länder, die Armbrust als »mörderische Waffe« nicht mehr herzustellen und zu gebrauchen.

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    Lange Leitung


    Der erfolgloseste Versuch, ein feindliches Flugzeug abzuschießen, ereignete sich 1943 auf einem englischen Militärflughafen.

    Zur allgemeinen Überraschung landete nämlich ein deutscher Bomber mitten in der Nacht. Das Bodenpersonal raste los, um eine Flugabwehrkanone auf die Maschine zu richten, während ein Flieger fieberhaft das Feldtelefon bekurbelte, um die Abschußerlaubnis zu erhalten. Als die Leitung zur Kommandantur endlich zustande gekommen war, merkte der deutsche Bomberpilot, daß er falsch gelandet war, und startete erfolgreich durch.

    Als die Schußerlaubnis kam, war er bereits von der Kanone nicht mehr erreichbar.

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    Lästige Gleichberechtigung


    Gleichberechtigung wollte Generalleutnant Julius Wesley Becton, 54, kommandierender General des VII. Korps der US-Streitkräfte in Deutschland, den weiblichen Armee-Angehörigen verschaffen.

    Ab August 1980 wohnten daher Soldaten und Soldatinnen zusammen, benutzten gleiche Duschen, Toiletten und Waschbecken. Anfängliche Begeisterung wich bald dem großen Verlangen nach einer Intimsphäre: Männliche Soldaten störte es, daß Frauen ihre Haare im Waschbecken waschen. Frauen beklagten sich über die gehässigen Bemerkungen, wenn sie in Bademänteln in die Waschräume schlurften.

    Nach sieben Monaten und unzähligen Klagen der Frauen über »körperliche Annäherung« und einer Klage eines männlichen Soldaten wegen »unsittlicher Berührung durch einen weiblichen Vorgesetzen« wurde das Experiment abgebrochen. Soldaten und Soldatinnen sind wieder getrennt.

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    Code für Atomwaffen gekanackt


    Auf die Geheimhaltung der wissenschaftlichen Daten des Forschungsinstituts für Atomwaffen in Milwaukee legten die amerikanischen Militärs großen Wert.

    Topsecret! Alle Informationen liefen unter Geheimcode. Zugang nur für Eingeweihte. Dies funktionierte, bis sich zehn neugierige Jungamerikaner zwischen 15 und 22 mit ihrem Heimcomputer über Telefonleitung ins Datensystem der Atomraketentüftler einschlichen.

    Die Hobby-Elektroniker holten sich fleißig Nachrichten aus der geheimen Datenbank und überspielten sogar ganze Programme in ihren Rechner. »Die Sicherungssperren waren absolut lächerlich.

    Man braucht nicht mal viel Intelligenz, um sie zu knacken«, ließen die zehn Youngsters süffisant den Eierköpfen im Pentagon bestellen,

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    Der untauglichste Panzer


    »Der XM-1 ist der beste Panzer, der je gebaut wurde«, prahlte Percy Pierre, Forschungschef der US-Army im Pentagon.

    Doch schon bei der Taufe des Panzers ließ sich der sechzig Tonnen schwere Koloß nur im Rückwärtsgang bewegen. Zwar wurde das noch als Kinderkrankheit abgetan, aber bald schon stellte sich heraus, daß der XM-1 auf sandigem Gelände gern seine Ketten abwarf. Und für seinen Gasturbinenantrieb mußte man Zusatztanks einbauen, weil er rund ein Drittel mehr Kraftstoff verbraucht als ein normaler Dieselmotor.

    Diese Reservetanks sind ungeschützt auf dem Heck montiert. Schwerer noch wiegt: Zwischen Panzerrumpf und Panzerturm klafft eine richtige Geschoßfalle. Trotzdem wird der XM-1 weiter gebaut.

    Er ist das einzige Fahrzeug, das die Chrysler Corporation ohne Verlust baut.

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    Der miserabelste Kamikaze-Pilot


    Die größte und einzige Niederlage eines Kamikaze-Fliegers erlebte im April 1945 Haruo Hirota er überlebte nämlich.

    Es gelang ihm nicht, mit seinem mit Dynamit beladenen Flugzeug den anvisierten Flugzeugträger zu treffen. Er raste ins Wasser und wurde gefangengenommen.

    Heute lebt er als Koch in Washington.

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    Der standhafteste Soldat


    Der standhafteste Soldat des Zweiten, Weltkriegs, Leutnant Hiroo Onoda von der japanischen Armee, kämpfte bis 10. März 1974.

    Regelmäßig verließ er den Dschungel seiner einsamen Insel auf den Philippinen und gab einen einzelnen Schuß im Namen des Kaisers Hirohito ab. Schon 1945 wurden Flugblätter mit der Aufforderung »Kehr heim« abgeworfen, die er aber ignorierte, da er sie für einen Trick hielt.

    Nachdem er 1974 gefunden wurde, dauerte es noch sechs Monate, bis man ihn endlich vom Ende des Krieges überzeugt hatte.

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    Orientierung verloren


    Die Seeleute des Küstenmotorschiffes »Isabelle« winkten dem Senkrechtstarter vom Typ »Harrier« vergnügt zu, als dieser sie mehrmals umkreiste.

    Die gute Laune verging ihnen allerdings schlagartig. Denn plötzlich setzte das Flugzeug zur Landung an und knallte unsanft auf das Deck. »Ich dachte, mein Schiff bricht auseinander«, stöhnte Kapitän Vittorio- Suso.

    Zu allem Überfluß verlor die »Harrier« auch noch eine Bombe, die bis zur Reling kullerte. Der Maschine entstieg der verdatterte Royal-Air-Force-Pilot Ian Watson. Erst hatte er seinen Flugzeugträger verloren, und dann war ihm der Sprit ausgegangen, und die den Spaniern zustehende Bergungsprämie von einer Million Pfund Sterling wird Watson der Army wohl zeit seines Lebens nicht zurückzahlen können.

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    Der erfolgloseste Luftangriff


    Der erfolgloseste Luftangriff fand bei der Luftwaffenwoche 1975 in Peru statt.

    30 peruanische Kampfflugzeuge sollten einen Übungsangriff auf 14 alte Fischerboote vorführen. Mühsam wurden die 14 Schrottkähne aufs offene Meer geschleppt und als Ziele zurückgelassen. 15 Minuten lang dauerte der Angriff der peruanischen Air-Force mit schweren Bordwaffen.

    Als sich die Wasserfontänen verzogen hatten, war kein einziges Fischerboot getroffen worden.

    Aus Kostengründen ließ man einen zweiten Angriffsflug ausfallen und schleppte die Kähne zurück.

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    Irrtümlicher Erfolg


    Einen erfolgreichen Angriff auf zwei Zerstörer machte 1944 ein deutscher Jagdflieger vor Borkum.

    Er beschädigte beide Schiffe schwer und zwang sie zum Abdrehen. Der Erfolg stellte sich als Mißerfolg heraus, als man erkannte, daß es sich um die beiden deutschen Zerstörer Leberecht Maaß und Max Schulze handelte.

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    Das unsicherste Museum


    Als das »unsicherste Museum der Welt« gilt das nationale Museum für Archäologie und Anthropologie in Lima (Peru).

    Allein im Jahre 1979 waren dort über 3000 kleinere goldene Ausstellungsstücke gestohlen worden. Im November 1981 gelang es Einbrechern, 34 mehr als 1200 Jahre alte Kultgegenstände im Werte von 12,5 Millionen Mark zu rauben. Die Einbrecher hatten die Wachhunde mit gebratenen Hähnchen beschwichtigt und trotz eingeschalteter Alarmanlage zwei Stunden Zeit gehabt, die besten Stücke auszuwählen.

    Kurz nach diesem Raub brach eine Wasserleitung und zerstörte in den unteren Räumen Mumien aus der Vor-Inka-Zeit. Der Präsident Perus bezeichnete die Vorfälle als eine »Beleidigung der Nation«.

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    Peinliche Münze


    Eine Falschdatierung erster Güte war im Oktober 1971 in einem britischen Museum entdeckt worden.

    Das ausgestellte Objekt war als römische »Sesterius«-Münze bezeichnet worden, geprägt zwischen 138 und 135 vor unserer Zeitrechnung.

    Die neunjährige Fiona Gardon wies eines Tages darauf hin, daß es sich um eine Plastikmünze handele, die von Mineralwasserfirmen gegen Flaschenetiketten verschenkt werden.

    Ein Sprecher des Museums sagte: »Das Problem war, daß wir den Buchstaben R für Roma hielten. In der Tat steht aber der Buchstabe R für Robinsons, eine Mineralwasserfirma.«

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    Das miserabelste Orchester


    Als schlechtestes Orchester, das jemals öffentlich aufgetreten ist, gilt die »Portsmouth Symphonia«.

    Als sie 1970 gegründet wurde, hatten zwei Drittel der Mitglieder noch nie ein Instrument in der Hand gehabt. Ungerührt von vorgeschriebenen Tempi spielt das Orchester die schwierigsten Werke frisch von der Leber weg, die Musiker einigten sich lediglich über Beginn und Ende eines Stückes.

    Die daraus entstehende Kakophonie wurde zu einem großen Hit, und es dauerte nicht lange, bis das Orchester zwei Langspielplatten aufgenommen hatte.

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    Pianistische Niederlage


    Eine pianistische Niederlage erlebte ein hoffnungsvoller Musiker in Mombasa. Er war zu einem Klavierkonzert vom Bao-Bab-Hotel eingeladen worden.

    Es war das erste Konzert dieser Art; man besorgte also einen Flügel, stimmte ihn und ölte auf der glatten Bühne alles, was nur zu ölen war. Das brachte den Pianisten beim Konzert in Verlegenheit: denn bei kraftvollen Passagen drehte er sich schwungvoll auf dem geölten Klavierhocker und starrte dann verdutzt ins Publikum.

    Bei einem besonders temperamentvollen Stück geriet der ganze Flügel in Fahrt und stieß krachend in die Blumenrabatte.

    Der Pianist, so um seinen wohlverdienten Applaus gebracht, war nur mit roher körperlicher Gewalt davon abzuhalten, den Flügel mittels einer Axt in kleine Teile zu zerlegen.

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    Rosenthal-Debakel


    Eine gesangliche Niederlage seiner Partei erlitt der Porzellanfabrikant Philipp Rosenthal. Bei einer Versammlung der SPD in Bayern, in Anwesenheit von hoher Prominenz, veranlaßte er nach dem Absingen der Nationalhymne die Kapelle, das Traditionslied »Brüder zur Sonne, zur Freiheit« anzustimmen.

    Es gelang den bayerischen Musikern auch, einigermaßen die Tonfolge des Liedes zu erreichen mit dem Gesang allerdings klappte es überhaupt nicht:

    Rosenthal war der einzige, dem der Text geläufig war.

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    Der unfähigste Dirigent


    Einer der größten Versager am Taktstock war der Dirigent Jose Serebier.

    Er schaffte es, sich bei einem Konzert in Mexiko City 1975 den Taktstock in die Hand zu rammen.

    Er mußte ins Krankenhaus.

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    Die miserabelste Konzertsängerin


    Ein besonderes Denkmal verdient zweifellos der Welt miserabelste Konzertsängerin Mrs. Florence Foster Jenkins.

    Sie sang die großen Opern-Arien auf unverwechselbare Weise falsch und bereitete ihrem Publikum unendlich Vergnügen damit. Diese außerordentliche und weise Dame hielt Maß mit ihren Auftritten. Nur einmal im Jahr gastierte sie in New York. Es war eine große Gunst für die Auserwählten vorzugsweise waghalsige Opernkenner ihrer Soiree im Ritz-Carlton beiwohnen zu dürfen. Die erhebende Wirkung ihrer Sangeskunst sprach sich in Musikkreisen herum, so daß es für leidenschaftliche Opernfreunde immer schwieriger wurde, an ein Eintrittsbillett heranzukommen.

    Dies bekümmerte die sozial eingestellte Sopranistin, weil sie es nicht ertragen mochte, daß aufrichtige Musikenthusiasten ihrer entraten mußten. So wagte sie am 25. Oktober 1944 den großen Schritt: sie verließ die Plüsch-Atmosphäre des Grand Hotels und nahm es mit der Carnegie-Hall auf. Das Konzert war ein Riesenspektakel. Wie nicht anders zu erwarten, saßen eine Menge Leute unter der riesigen Zuhörerschaft, die sich nicht beherrschen wußten und den Ernst der Lage nicht erkannten. So brandeten im Verlauf des denkwürdigen Abends verschiedentlich Wogen mehr oder weniger unterdrückten Gelächters gegen die erhöhte Bühne, auf der Mistress Florence Foster Jenkins sich mit Hingabe dem noch viel höheren »C« widmete.

    Die Legende behauptet, die Künstlerin sei wenige Tage nach der Darbietung an gebrochenem Herzen gestorben. Die historische Wahrheit ist eine andere: Madame Jenkins starb glücklichen Herzens im fast schon gesegneten Alter von 76 Jahren. Ihr Vater war ein steinreicher Bankier, der sie zwar in keiner Weise in ihren künstlerischen Ambitionen bestärkte, ihr andererseits aber ein enormes Vermögen hinterließ.

    So konnte sich Florence ganz der Musik widmen. Sie gründete einen Verdi-Club, der alljährlich sinnreich den »Ball der Silberlerchen« veranstaltete. In dieser Gemeinschaft Gleichgesinnter entfaltete sich Florences Schaffensdrang aufs allerschönste. Sie trug eigene Kompositionen wie »Vogelgezwitscher« vor, und sie trat in wundersamen, selbst entworfenen Kostümen auf. Besonders beliebt bei ihren Bewunderern waren die gewaltigen Engelsflügel, die sie bei ihrer Interpretation des »Ave Maria« anzulegen pflegte.

    Madame Jenkins gab dem Publikum viele Rätsel auf. Es waren vor allem ernsthafte, humorlose Leute, die sich von ihr verscheißert fühlten oder sich über die vermeintliche Arroganz ärgerten, mit der diese phänomenale Frau mit der unmöglichen Auffassung von Intonation und Rhythmus vor die Öffentlichkeit trat. Doch diese Einschätzung ist so falsch wie Florence sang. Sie liebte jeden Ton, der ihrer Kehle entströmte; sie wurde vom ernsten Glauben an die Kunst beseelt. Überheblichkeit lag ihr fern. Ihr Herz schlug für die Armen.

    Als Beispiel mag gelten, daß sie einen Taxifahrer, der sie 1953 in einen Unfall verwikkelte, damit tröstete, daß sie infolge der Verletzung das »F« noch höher singen könne als zuvor. Anstatt den Mann in Bedrängnis zu bringen, schenkte sie ihm eine Kiste Zigarren. Von der begnadetsten unter den miserablen Sängerinnen sind einige Kostbarkeiten auf Schallplatte erhalten. 1962 bei RCA erschienen, ist die LP längst vergriffen.

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    Das blamabelste Chortreffen


    Bei einem geplanten Wettsingen von verschiedenen Chören kam es in England zu einem blamablen Ausgang:

    Nur ein einziger Chor nahm daran teil. Da die Veranstaltung aber lange im voraus geplant war, wollte niemand absagen. Der einzige Chor sang - und erhielt trotzdem nur den zweiten Platz.

    Begründung der Preisrichter: Ein erster Platz hätte nicht vergeben werden können, da der einzige Chor sich bei seinem Auftritt um 45 Minuten verspätet hatte.

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    Der erfolgloseste Sänger


    Der erfolgloseste Sänger beim europäischen Schlagerfestival war ein norwegischer Popsänger, der für sein tristes Lied "Mile after Mile" keinen einzigen Punkt erhielt.

    Dennoch: Am nächsten Tag berichteten alle Zeitungen über ihn statt: über den eigentlichen Gewinner.

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    Karajan die Extrawurst weggenommen


    Der rüstigste aller Musikgreise, Herbert von Karajan, liebt nicht nur die Musik, sondern auch schnelle Flugzeuge, rasante Autos und ganz besonders seine Privilegien.

    Eines dieser Sonderrechte setzte er vor Jahren in Salzburg durch. Vor den Aufführungen, so bedeutete er dem damaligen Verkehrsdezernenten, müsse er zu Hause die Partituren studieren und dann »wegen der Konzentration« so schnell wie möglich zum Dirigentenpult eilen.

    Also erhielt er die Sondererlaubnis, Busspuren zu benutzen und Fußgängerzonen zu befahren. Von diesem Recht machte der Maestro heftigst Gebrauch, denn Tempo bedeutet ihm Hochgenuß. Plötzlich kommt da ein neuer Verkehrsdezernent, der auf den Namen Johannes Voggenhuber hört, und sagt, es ist Schluß mit der Raserei zum Festspielhaus. Und als der Meister allegro furioso auf seine »Konzentration« pocht, läßt ihm der Voggenhuber ausrichten, er, Karajan, sei lange genug »im Dirigiergeschäft, um seine Partituren auch so ganz gut zu beherrschen«. Im Fernsehen kokettiere er sogar unübersehbar damit, ganze Zyklen auswendig zu dirigieren.

    Weg war die Extrawurst des Stardirigenten! Eigentlich Pein genug für den allürenreichen Herrn. Aber es kam noch schlimmer:

    Die »undankbaren Salzburger« applaudierten dem Voggenhuber und schlugen sich kein bißchen auf die Seite Karajans, was dieser, wie Kenner wissen, niemals verwinden wird.








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