Ausführliches Inhaltsverzeichnis


NIEDERLAGEN, DIE DAS LEBEN SO SCHREIBT

A B C D E F G H I J K L M N O P R S T U V W Z


von LEHRSTELLE bis LITERATUR


Inhalt:

  • Blöder Text

  • 160 deprimierende Niederlage

  • Der unverschämteste Rosenkavalier

  • Die widerlichste Leseratte

  • Die erfolgloseste Brautwerbung

  • Brennende Sehnsucht

  • Liebeskummer

  • Unterernährter Frauenfreund

  • Der penetranteste Buchhalter

  • Der faulste Künstler

  • Keiner ist langweiliger

  • Liegestütze als Strafe

  • Das vernichtendste Urteil über Literatur




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    Blöder Text


    Dumme Fragen müssen Lehrstellen-Bewerber seit neuestem in Deutschland beantworten... um die Voraussetzungen zu testen, ob jemand Kfz-Techniker, Schlosser oder Fliesenleger lernen darf, muß der interessierte Schulabgänger folgende Frage beantworten:

    »Wie viele Tiere nahm Moses mit in seine Arche?«

    »Wie viele Geburtstage hat der Mensch?«

    »Wer sind die Schiiten? »

    "Wer ist der Begründer der deutschen Sozialversicherung?«

    »Was sagt der Name Rommel?«

    »Was bedeuten die Begriffe: Numismatiker, Inflation, Essay, Fiktion und Angebotsmonopol?

    Erboste Schüler ließen den Testbogen von erwachsenen Angestellten ausfüllen. Ergebnis: Mehr als die Hälfte hätte keine Chance, heute eine Lehrstelle zu bekommen.

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    160 deprimierende Niederlangen


    Gar nicht lustig sind die bisher 160 Niederlagen, die ein 19jähriges Mädchen aus Burglengenfeld (Oberpfalz) hinnehmen mußte.

    Nach Abschluß der Realschule mit durchschnittlichem Ergebnis hatte sich die Jugendliche immer und immer wieder um Lehrstellen beworben. Sie er hielt regelmäßig Absagen.

    »Wer in strukturschwachen Regionen keine Beziehungen hat, kann oft mit sehr gutem Schulzeugnis keine Lehrstelle ergattern«, bestätigte der Leiter des zuständigen Arbeitsamtes die deprimierende Misere.

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    Der unverschämteste Rosenkavalier


    Theo Hohlbaum lernte 1977 die Engländerin Linda Bywaters kennen.

    Er war sofort entflammt. Linda allerdings weniger. Deshalb versuchte Theo seit dieser Zeit, sie mit Rosen von seiner Liebe zu überzeugen. Täglich überraschte er sie damit: am Scheibenwischer ihres Autos, in ihrem Briefkasten, an der Garagentür. Einmal schickte er ihr 200 Rosen auf einmal ins Haus.

    Schließlich ging Linda Bywaters per Gericht gegen die Rosenflut an. Das Gericht untersagte ihm, sie weiter zu belästigen. Aber Theo sandte weiter Rosen.

    Daraufhin wurde Linda krank, und das Gericht verurteilte nun Herrn Hohlbaum zu fünf Tagen Gefängnis. Das kann Theo nicht erschüttern:

    Er sei eben verrückt nach dieser Frau.

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    Die widerlichste Leseratte


    Die wohl widerlichste Leseratte aller Zeiten lernte der Schweizer Uelli Mayr in einer Landgemeinde des Kantons Wallis kennen.

    Er wurde von einer fahrbaren Omnibus-Bibliothek überrollt und stöhnte naturgemäß vor Schmerzen. Ein im Bus befindlicher Leser hatte nichts Besseres zu tun, als mit einem mißbilligenden »Schscht!« das Fenster zuzuschieben.

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    Die erfolgloseste Brautwerbung


    Der Lehrer Jonathan Taylor warb, wie der Londoner Times vom 16. Mai 1912 zu entnehmen ist, um eine gewisse Gwendolin aus Sussex.

    Als er zu schicklicher Stunde bei den Eltern der Auserwählten vorsprach, bat man den überaus aufgeregten Bewerber, er möge doch im Wohnraum Platz nehmen, bis auch die Tochter zugegen wäre. Beflissen folgte der Lehrer der Aufforderung und ließ sich auf dem, was er für die nächstbeste Sitzgelegenheit hielt, nieder.

    Leider war es der Pekineserhund der Familie, der dieses Erlebnis nicht überstand und mit einem tiefen Seufzer verschied.

    Die beiden jungen Leute gingen später mit jeweils anderen Partnern eine Ehe ein.

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    Brennende Sehnsucht


    Ihre Sehnsucht nach Männern in Uniform brachte das Kindermädchen Waltraut S. (22) ins Gefängnis.

    Immer wenn sie sich einsam fühlte, legte sie Feuer und schaute dann erfreut beim Löschen zu. Dies gestand sie jetzt der Polizei. Mehrere Brände mit Millionenschäden konnten dadurch aufgeklärt werden. Als nämlich ihr eigenes Zimmer brannte, erinnerte sich ein Feuerwehrmann an sie und ihr häufiges Erscheinen.

    Waltraut sitzt ziemlich fröhlich in U-Haft denn nun ist sie umgeben von Männern in Uniform.

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    Liebeskummer


    Den wohl gigantischsten Liebeskummer der neueren Zeit durchlebte, durchlitt und beschnitzte der Lemgoer Architekt und Bildhauer Karl Junker.

    Als der mit dem »Rom-Preis« ausgezeichnete Künstler aus Italien in seine Heimatstadt zurückkehrte, fühlte er sich zwar künstlerisch bereichert, zugleich aber auch seiner großen Liebe beraubt. Sie hieß Charlotte, war lebenslustig und deshalb des Wartens leid geworden. Sie hatte sich einem netten, zudem begüterten Herrn aus Holland anvermählt und war diesem nach Amsterdam gefolgt. Der verlassene Karl wollte den herben Verlust nicht wahrhaben und lebte in steter Erwartung der Rückkunft seiner Geliebten. Mit ihr wollte er die so sehr ersehnte Familie gründen. Und damit es recht lauschig würde, begann er ein Einfamilienhaus unter Bäumen zu errichten.

    Da Charlotte auf sich warten lies, begann der treue Liebhaber das Haus vom Keller bis zum Ausgucktürmchen auf dem Dach zu beschnitzen. Er schreinerte und schnitzte Wände, Türen, Zimmerdecken, Treppengeländer, Tische, Bänke, Sofas, Stühle, Fensterrahmen, Klosetts, Schränke, Borte, Leuchter, Truhen und Kästen. Mit besonderer Inbrunst verzierte er Ehe- und Wochenbett, Kinderwiege, Kinderstühlchen, Kinderbett und das Scheißpöttchen. Wände und Decken bemalte er mit endlosen Familienidyllen; und sich selbst stets als gütigen Vater in der Mitte. Das trieb er so über zwanzig Jahre.

    Die vergötterte Charlotte jedoch ließ sich nimmermehr blicken. So starb Junker unbeweibt im Jahre 1912 an Herzversagen (um nicht zu sagen: an gebrochenem Herzen).

    Das »Junker-Haus« zu Lemgo im Lipper Land steht noch und kann besichtigt werden.

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    Unterernährter Frauenfreund


    Der erfolgloseste Liebhaber barocker Weiblichkeit war Paco Vila aus Palermo.

    Sein Traum waren dicke Engländerinnen. Um ihnen ebenbürtig zu sein, mußte er sich ziemlich ausstaffieren. Denn er selbst wog nur 44 Kilo. Im Jahre 1977 wurde sein Problem öffentlich: denn er wurde bewußtlos aus einer Diskothek getragen, nachdem eine der vollreifen Engländerinnen ihm zärtlich die Wange gestreichelt hatte.

    Nach einem temperamentvollen Rumba im schlechtgelüfteten Raum und der unverbindlichen Zärtlichkeit der Dame war er nämlich zusammengebrochen.

    Im Krankenhaus stellte man fest, daß er 17 Wollpullover übereinander getragen hatte.

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    Der penetranteste Buchhalter


    Eine erfolglose Verabredung traf 1978 Tom Horsley, ein 30jähriger Buchhalter aus San Jose:

    Er lud Miss Chesselet zu einem gemeinsamen Abendessen ein. Sie sagte in letzter Minute ab. Daraufhin verklagte Mr. Horsley sie. Wegen Nichteinhaltung eines mündlichen Vertrages, der ein Abendessen und den Besuch des Musicals, »Der Zauberer« beinhaltete. Mr. Horsley, der 100 Meilen gereist war, um die Miss zu sehen, verlangte für seine zweistündige Fahrt von und nach San Francisco Schadenersatz von mindestens 16 DM die Stunde als öffentlicher Buchhalter und 25 Pfennig pro gefahrenen Kilometer.

    Seine Forderungen beliefen sich inklusive Schmerzensgeld auf 85 DM.

    Als Miss Chesselet, 30jährige Kellnerin aus dem Vasuvio Cafe in San Francisco, vom Gericht vorgeladen wurde, meinte sie nur, dieser penetrante Buchhalter gehöre in Sicherungsverwahrung.

    Das Gericht stellte das Verfahren ein.

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    Der faulste Künstler


    Einer der faulsten Künstler war Victor Hugo.

    Er schrieb wirklich nur zum Gelderwerb. Sein Verleger war offensichtlich genauso sparsam, wie uns ein überlieferter Briefverkehr zeigt. Victor Hugo wollte wissen, wie sich sein Roman »Les Miserables« verkauft.

    Also schrieb er: »?«

    Sein Verleger antwortete entsprechend: »!«

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    Keiner ist langweiliger


    In Großbritannien ist ein 76jähriger mit dem Titel "Kneipen-Langweiler des Jahres" ausgezeichnet worden: für seine Gabe, die Gäste eines Pubs mit stundenlangen Erzählungen über Busfahrpläne und kaputte Batterien in seinem Hörgerät zu unterhalten.

    Der Preisträger nahm's mit Humor.

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    Liegestütze als Strafe


    Bei Rot über die Ampel - das könnte in Indonesiens Hauptstadt Jakarta nur noch besonders sportliche Menschen riskieren.

    Es wurde angekündigt, daß Verkehrssünder künftig noch an Ort und Stelle Liegestützen absolvieren müssen.

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    Das vernichtendste Urteil über Literatur


    Zu erfolgreich in seinem Beruf als Antiquar war der Engländer Richard Booth.

    Als er es zu einem riesigen Bücherbestand von insgesamt 14 Kilometern Länge gebracht hatte, sah er sich gezwungen, seine Buchsammlung zu verramschen als Heizmaterial. Das sei während der Energiekrise die beste Möglichkeit, sagte er.

    Was heute alles an Büchern erscheine, sei meist zum Lesen zu schade aber zum Verbrennen gut genug.






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