Ausführliches Inhaltsverzeichnis


NIEDERLAGEN, DIE DAS LEBEN SO SCHREIBT

A B C D E F G H I J K L M N O P R S T U V W Z


von GARTEN bis GLAUBEN


Inhalt:

  • Gartenarchitektonische Niederlage

  • Die lahmsten Gefängniswärter

  • Der fruchtbarste Hochsicherheitstrakt

  • In die Flucht gezählt

  • Der miserabelste Fluchtversuch

  • Rollschuhlaufen verboten

  • Die freudschste Fehlleistung

  • Der ungeschickteste Staatsanwalt

  • Die drei untauglichsten Geschworenen

  • Der peinlichste Geschworene

  • Idiotische Rechtsprechung

  • Die peinlichsten Gewerkschaften

  • Schwere Niederlage

  • Prophetischer Irrtum

  • Wunder

  • Zu laut gebetet

  • Gefängnisschlüssel zum Nachmachen

  • Zu früh gefreut

  • Goethesche Irrtümer




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    Gartenarchitektonische Niederlage


    Eine gartenarchitektonische Niederlage fand im August 1981 auf dem Grundstück des englischen Bergmanns John T. statt.

    Er wollte einen Fischteich ausheben. Bei den Grabungen in seinem Garten fand er: zwei Bettgestelle, das Skelett eines Hundes, zwei Küchenspülen und eine viertürige Ford-Anglia-Limousine mit einem Kilometerstand von 120000. Der Motor war noch in Ordnung, nur die Karosserie brach auseinander, als John T. den Wagen bergen wollte.

    Danach gab er sein Fischteich-Projekt auf. »Weiß der Himmel, was ich noch alles finden werde«, entschuldigte er sich.

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    Die lahmsten Gefängniswärter


    Die höchste Anzahl Sträflinge, die jemals gleichzeitig aus einem »absolut sicheren« Gefängnis ausbrachen, beträgt 124.

    Dieser Rekord wird vom Alcoente Gefängnis in der Nähe von Lissabon in Portugal gehalten. In den Wochen bis zur Flucht im Jahre 1978 verschwanden 22 Messer und Unmengen elektrischer Kabel. Ein Wärter erklärte: »Wir hatten zwar immer danach suchen wollen, sind aber nie dazu gekommen.« Die Wärter entdeckten auch nicht die offenen Löcher in den Wänden, die mit Plakaten zugehängt waren. Auch nicht die Spaten und Meißel, Wasserschläuche und Elektrobohrer, die von den Insassen in Riesenmengen gehortet wurden. In der Nacht vor dem Ausbruch bemerkte ein Wärter, daß von den 36 Gefangenen seines Blocks nur 13 anwesend waren.

    Er sagte, dies sei üblich, da immer wieder einzelne Sträflinge den Namensappell verpaßten oder sich verstecken würden. Jedoch seien normalerweise alle am nächsten Morgen wieder da. »Wir sind erst am nächsten Tag durch einen Häftling auf die Flucht aufmerksam gemacht worden«, sagte später ein Wärter.

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    Der fruchtbarste Hochsicherheitstrakt


    Wegen staatsgefährdendem Terrorismus wurde die 28jährige Francesca Bellere zu 16 Jahren Gefängnis verurteilt.

    Ab Anfang 1980 saß sie im Hochsicherheitstrakt des Gefängnisses von Messina. Im März 1981 kam Francesca Bellere in das Krankenhaus von Messina. Überraschende Diagnose der Ärzte: schwanger, im neunten Monat. Ende März wurde sie von einer gesunden Tochter entbunden. Die Gefängnisbehörden von Messina stehen vor einem Rätsel: Nach ihrem Ermessen war ein Kontakt mit einem Mann im Juli 1980 mit Sicherheit unmöglich.

    Jetzt werden zwei Schuldige gesucht: der Vater der Tochter und der Verantwortliche für die Sicherheitspanne.

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    In die Flucht gezählt


    Ein wahrhaft verständliches Fluchtmotiv hatte Caro Mitrabu, einziger Gefangener im Gefängnis von Tagara in Mexiko.

    Nach seiner Flucht fanden die Wärter in seiner Zelle einen Zettel, auf dem stand: »Ich hatte es wirklich satt, jeden Tag dreimal gezählt zu werden.«

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    Der miserabelste Fluchtversuch


    Den miserabelsten Fluchtversuch müssen sich die Mexikaner nachsagen lassen.

    Wochenlang schufteten die Insassen des Gefängnisses von Saltillo in aller Heimlichkeit an einem Fluchttunnel. Nachdem sie ihn ausreichend weit vorangetrieben hatten, stießen sie nächtens nach oben durch.

    Statt in die Freiheit starrten die genialen Fluchtplaner in Gewehrläufe. Sie hatten sich in der Richtung vertan und waren mit dem Ausstieg in die Wachstube der Gefängnispolizei geraten.

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    Rollschuhlaufen verboten


    Eine Niederlage im Gefängnissport mußte ein 22jähriger Untersuchungsgefangener in der Justizvollzugsanstalt Frankfurt-Preungesheim hinnehmen.

    Er hatte beantragt, die langen Gänge zum Rollschuhfahren benutzen zu dürfen. Aus der Begründung des Amtsrichters: »Zum einen kann trotz der modernen Kunststoffrollen unzumutbarer Lärm entstehen.

    Zum anderen besteht die Gefahr des Hinfallens und Sich-am-Gitter-Verletzens. Dazu scheint der Haftzweck gefährdet, weil ein mit Rollschuhen versehener Untersuchungsgefangener sich weitaus schneller fortbewegt als ein nicht mit Rollschuhen ausgestatteter Bediensteter der Anstalt.«

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    Die freudschste Fehlleistung


    Goldmünzen in einer speziellen Serie ließ die amerikanische Regierung vor einigen Jahren prägen.

    Unbeabsichtigt hatte sich ein Rechtschreibfehler dort eingeschlichen. Statt »in god we trust« (wir vertrauen auf Gott) stand dort geprägt: »in gold we trust« (wir vertrauen auf Gold).

    Als der Fehler entdeckt wurde, ließ man die Serie kommentarlos auslaufen. Was einige Leute zu der Annahme veranlaßte, die USA hätten ihr Staatsmotto geändert...

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    Der ungeschickteste Staatsanwalt


    Wie in »New Statesman« Ende 1978 zu lesen war, demonstrierte der Staatsanwalt Fred Dunberg vor einem Gericht in Glasgow den Geschworenen, zu welchen Schändlichkeiten man Handschellen verwenden kann, die bei einem mehrmals vorbestraften Gewohnheitsverbrecher gefunden worden waren. »Ich denke«, begann der wortgewaltige Dunberg, »die Herren Geschworenen wird interessieren, wie man mit diesem einfachen Gerät einen möglichen Gegner unschädlich machen kann.«

    Einwendungen des Gerichtsdieners beiseite wischend, legte er die Schellen um seine Handgelenke und ließ sie mit theatralischem Effekt zuschnappen. Die Geschworenen zeigten sich beeindruckt, denn der sonst so gestenreiche Staatsanwalt wirkte plötzlich absolut hilflos.

    Diese Gelegenheit nutzte der Gerichtsdiener, um nunmehr mit Aufmerksamkeit bedacht darauf hinzuweisen, daß die Polizei zwar die Handschellen, nicht aber die dazugehörigen Schlüssel sichergestellt hatte.

    Dem gefesselten Anklagevertreter blieb nichts anderes übrig, als sich der Geschicklichkeit eines ortsansässigen Schlossers anzuvertrauen, der ihn in einer langwierigen Prozedur unversehrt aus der eisernen Umklammerung heraussägte.

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    Die drei untauglichsten Geschworenen


    Das wohl unfähigste Gericht trat 1978 in Manitoba, Kanada, zusammen.

    Denn nachdem man schon einige Stunden zusammengesessen hatte, verriet einer der Geschworenen, daß er völlig taub sei und deshalb gar nicht wisse, um was es ginge.

    Der Richter war perplex. Noch perplexer wurde er, als sich ein zweiter Geschworener meldete, der zugab, kein Wort Englisch zu verstehen. Man holte einen Dolmetscher worauf dem Mann endlich klar wurde, was er hier eigentlich zu tun habe.

    Der Prozeß wurde aber endgültig ausgesetzt, als ein dritter Geschworener zugab, er hätte nun überhaupt keine Ahnung. Denn er sei nicht nur taub, sondern ebenfalls der englischen Sprache unkundig.

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    Der peinlichste Geschworene


    Der peinlichste Geschworene trat bei einem Prozeß über ein Notzuchtverbrechen in Qhio auf.

    Trotz des interessanten Themas schlief der gute Mann nämlich tief während der Verhandlung. Als das Opfer nun gebeten wurde, zu wiederholen, was der Täter ihr gesagt habe, war sie so schüchtern, daß sie es nur aufschreiben wollte.

    Der Zettel mit dieser Aussage wurde unter den Geschworenen herumgereicht. Der Schläfer schreckte auf, las die Meldung und schaute die Dame an.

    Dann las er den Zettel nochmals, blinzelte der Dame zu und steckte den Zettel in die Tasche. Als der Richter entsetzt nach dem Zettel fragte, weigerte sich der Geschworene, ihn zurückzugeben.

    »Das ist schließlich Privatsache zwischen mir und ihr«, sagte er dem erstaunten Gericht.

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    Idiotische Rechtsprechung


    Recht kann man überall finden, am wenigsten allerdings vor Gericht:

    Ein 62jähriger Autofahrer hatte auf der Autobahn gewendet und war in der verkehrten Richtung gefahren. Ein anderer, auf der Überholspur daherpreschender Verkehrsteilnehmer mußte in größter Not ausweichen, rammte die Leitplanke und erlitt an seinem Fahrzeug Totalschaden.

    Als der Fall vor Gericht kam, stellte sich heraus, daß die Verkehrsgesetze zwar das Wenden auf der Autobahn verbieten, daß aber über das Fahren in falscher Richtung nirgendwo etwas gesagt ist. Also schloß das Gericht messerscharf, daß der Falschfahrer nichts Unrechtes getan haben kann.

    Fürs gesetzwidrige Wenden hätte das Gericht, wie es in der Begründung heißt, ein Bußgeld verhängen können, wenn (ja wenn!) die Frist für diese Ordnungswidrigkeit zum Zeitpunkt der Verhandlung nicht schon verstrichen gewesen wäre. (Oberlandesgericht Celle AZ: 1 Ss 333/83)

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    Die peinlichsten Gewerkschaften


    Die peinlichsten Gewerksch*ften hat zweifellos die Bundesrepublik Deutschland.

    Die meisten sind im Deutschen Gewerkschaftsbund zusammengeschlossen und nehmen das Maul sehr voll. So wollten sie z. B. die Wirtschaft des Landes reformieren und gründeten sogenannte gemeinwirtschaftliche Betriebe. Die sollten alles besser, billiger und menschenwürdiger produzieren als die Kapitalisten.

    Besonders mächtig wurde der Wohnungsbaukonzern Neue Heimat. Der produzierte Mietskasernen wie der Bäcker Brötchen. Eine häßlicher als die andere Ganze Schlafstädte von bedrückender Monotonie klotzte er in die Landschaft. Die Neue Heimat gilt als größte Verwüsterin Deutschlands nach dem Zweiten Weltkrieg.

    Doch das ist der Peinlichkeiten noch längst nicht genug. Der Konzern baute nicht nur Hochhaussiedlungen, die ihre Bewohner so schwermütig machten, daß sie sich dutzendweise von den Balkons stürzten, nein, er baute auch die gigantischsten Verluste der Baugeschichte. Die Aufsichtsratsmitglieder, allesamt hohe Gewerkschaftsführer, waren dermaßen unfähig, daß sie überhaupt nicht merkten, wie sich der Vorsitzende des Vorstandes, Vietor, selbst beachtliche Vermögenswerte zuschanzte. Und schon gar nicht kriegten sie mit, daß der Konzern mehr oder weniger Pleite war.

    Erst als das Nachrichtenmagazin SPIEGEL über die Machenschaften des Herrn Vietor berichtete, offenbarte sich die ganze Misere. Es paßt ins Bild der unglaublichen Inkompetenz der Gewerkschaftsbosse, daß sie neben dem ungetreuen Vietor noch zwei andere Vorstandsmitglieder fristlos feuerten, die sie dann wieder anstellen (bzw. abfinden) mußten, weil das Arbeitsgericht die Kündigungen für nicht gerechtfertigt und ungültig erklärte.

    Der Gipfel der Peinlichkeit war damit aber noch immer nicht erreicht. Jetzt mußte der angeschlagene Konzern nämlich saniert werden. Dazu griffen die Oberbürokraten der deutschen Gewerkschaftsbewegung in die Streikkassen und stopften die Löcher ihrer Mißwirtschaft mit den Beitragsgeldern der kleinen Mitglieder. Die wiederum waren so schafsköpfig, daß sie die tumben Liederjane in den oberen Etagen der Gewerkschaftshäuser in keiner Weise zur Rechenschaft zogen.

    So gebührt dem DGB unbestritten der Ruhm, als weltgrößter Gewerkschaftsverband auch weiterhin von den größten Dummköpfen geführt zu werden.

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    Schwere Niederlage


    Die schwerste Niederlage beim Gewichtheben erlebte ein unbeteiligter Zuschauer bei den Olympischen Spielen 1936 in Berlin.

    Beim Weltrekordversuch im Drücken platzte dem ägyptischen Gewichtheber El Touni der Verschluß seines Gürtels. In hohem Bogen flog die Gürtelschnalle durch den Saal und traf einen Zuschauer, der sich daraufhin in ärztliche Behandlung begeben mußte.

    Offensichtlich war der ägyptische Gewichtheber von diesem Ereignis so geschafft, daß er es beim nächsten Versuch trotz neuem Gürtel nicht einmal mehr schaffte, das Gewicht umzusetzen.

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    Prophetischer Irrtum


    Eine gläubige Niederlage mußten 50 amerikanische Christen am 30. Juni 1981 hinnehmen:

    Sie sollten am 28 - so hatte es ihr Evangelist Bill Mauphin aus Arizona vorhergesagt zur Himmelfahrt aufsteigen. Und zwar »wie ein Bündel Luftballons « so hatte er sich ausgedrückt. Die Christen warteten einige Tage, dann verlängerte der Evangelist nochmals den Startzeitraum und vertiefte sich erneut in die Bibel.

    Dort fand er die Ursache für die nicht stattgefundene Himmelfahrt: Die Sinai-Halbinsel gehört noch nicht zum jüdischen Staatsgebiet. Dies aber sei eine Voraussetzung. Vielen seiner Gläubigen nutzte das wenig: Sie hatten bereits Haus und Hof verkauft.

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    Wunder


    Nachdem mehrere glaubwürdige Mitglieder der katholischen Kirchengemeinde Ranschbach in der Pfalz Marienerscheinungen bezeugten, die ihnen allesamt in der lauschigen Umgebung einer von altersher bekannten Quelle widerfuhren, avancierte das bescheidene Rinnsal innerhalb kürzester Zeit zur vielgepriesenen Wunderquelle.

    Enorme Heilkräfte wurden ihr zugeschrieben. Auf dem Dachboden des kleinen Gotteshauses der Gemeinde begannen sich bereits nutzlos gewordene Krücken als Belege wunderbarer Genesung zu stapeln.

    Auch Rentner M. versprach sich Linderung für seine mannigfachen Gebrechen. Früh morgens um fünf Uhr reihte er sich bereits in die Schlange derer ein, die nach dem segensreichen Wasser anstanden.

    Drei Stunden später nur noch zwei vor ihm stehende Gläubige trennten ihn von der Quelle wurde M. schlagartig von seinen Leiden befreit. Er kippte zur Seite, tat seinen letzten Schnaufer und verschied.

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    Zu laut gebetet


    Zwei Frauen im US-Staat Pennsylvania sind aus ihrer Kirche ausgesperrt worden, weil sie zu laut gebetet haben.
    Schon morgens um sieben Uhr beteten sie so laut im Gotteshaus, daß der Priester die Polizei anrief. Die beiden Frauen lebten zuvor im benachbarten Youngwood, wo sie zwei Jahre lang ihre Gebete riefen - bis die Gemeinde die Behörden um Hilfe bat.

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    Gefängnisschlüssel zum Nachmachen


    Teuer kommt ein Foto die Haftanstalt Blakenhurst in Großbritannien zu stehen.

    Ein Lokalblatt hatte eine Nahaufnahme des Anstaltsleiters beim Aufschließen einer Zelle veröffentlicht. Darauf sei der Schlüssel so gut zu erkennen gewesen, daß sich die Insassen gleich darangemacht hätten, ihn nachzumachen. Nun müssen alle Zellen neue Schlösser bekommen. Kosten: rund 200 000 DM.

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    Zu früh gefreut


    Diebisch amüsierte sich im Kreis Göppingen ein Autofahrer über eine stationäre Radaranlage. Er hatte sie schon entdeckt, als er auf sie zufuhr. Nicht glauben mochte er, als es trotz gedrosselter, korrekter Geschwindigkeit dennoch blitzte. Der Mann kehrte um, fuhr um rund 20 Kilometer pro Stunde langsamer als erlaubt - und wurde wieder geblitzt. Das kann nur an einem Defekt der Radaranlage liegen, mutmaßte der Autofahrer und fuhr nochmals zurück, um nun gar fast im Schrittempo an der Anlage vorbeizufahen und erneut geblitzt zu werden.

    Guten Gewissens sah der Autofahrer nun dem Bußgeldbescheid entgegen. Als er dann aber einige Tage später den Umschlag mit dem Bescheid öffnete, zahlte er kleinlaut: Er war nämlich dreimal ohne angelegten Sicherheitsgurt fotografiert worden.

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    Goethesche Irrtümer


    Die größten Irrtümer von Johann Wolfgang von Goethe (1749 - 1832):

    Seine Farbenlehre aus dem Jahre 1810 widerspricht fast allen wissenschaftlichen Erkenntnissen (liest sich aber gut).

    Dazu war Goethe Anhänger des Neptunismus einer Theorie, die davon ausging, daß sich die Gesteinsformationen auf der Erde ursprünglich in den Meeren abgelagert hätten.

    Ansonsten aber bleiben die literarischen Leistungen des Dichterfürsten unbestritten.






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