Ausführliches Inhaltsverzeichnis


NIEDERLAGEN, DIE DAS LEBEN SO SCHREIBT

A B C D E F G H I J K L M N O P R S T U V W Z


von DEMONSTRATION bis DRUCKFEHLER


Inhalt:

  • Die größte Peinlichkeit für dieses unser Land

  • Die erfolgloseste Denkmalsenthüllung

  • Der schmerzlichste Verlust

  • Das verlorene Kloster

  • Das gestohlene Stahlwerk

  • Der glückloseste Dieb

  • Die erfolgloseste Überwachungskamera

  • Die erfolgloseste Verkleidung

  • Der erfolgloseste Warnung

  • Der dümmste Camping-Dieb

  • Mohnklöße

  • Der unmoralischste Druckfehler




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    Die größte Peinlichkeit für dieses unser Land


    Von Kohl bis Brandt, vom Lambsdorff bis Strauß entrüstete sich in »diesem Land« alles, was dummschwätzt und Politik macht, über die gewalttätige Demonstration gegen die USA anläßlich des Besuchs von Außenminister Bush am 26. Juni 1983 in Krefeld.
    Innenminister Zimmermann nahm die Demo zum Anlaß, Pläne zur Verschärfung des Demonstrationsrechts anzukündigen. Wie grenzenlos war die Peinlichkeit, als Anfang September des gleichen Jahres bekannt wurde, daß einer der militantesten Gewalttäter ein von »diesem unserem Lande« finanzierter V-Mann des Verfassungsschutzes war.
    Es fragt sich nun, ob die deutschen Bürger nach dieser Erfahrung blöd genug sind, sich von jenen Leuten ihr Grundrecht auf Demonstration einschränken zu lassen, die selber Gewalttäter engagieren, um den blutigen Vorwand für die Notwendigkeit einer solchen Gesetzesänderung zu produzieren (zuzutrauen wär das uns Deutschen).

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    Die erfolgloseste Denkmalsenthüllung


    Seine Aufgabe war, eine Holztafel in den neuen Räumen der anglo-österreichischen Gesellschaft zu enthüllen. Alle Fotografen waren um ihn versammelt, er trat vor und wollte der Presse helfen, indem er sagte: »Ich zähle jetzt bis fünf, dann ziehe ich.«

    Er zählte korrekt, und bei fünf leuchteten alle Blitzgeräte auf während der Premierminister mit Schwung die Holztafel von der Wand riß.

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    Der schmerzlichste Verlust


    Die einzige nennenswerte Attraktion des 28-Seelen-Ortes Harmony in Kalifornien stand bis wenige Tage vor der 57. Wiederkehr des Todestages von Rudolph Valentino in einem blumengeschmückten Vorgarten.

    Dort erzählte eine Schrifttafel: »In den frühen 1900er, in der Begleitung von W. R Hearst und Pola Negri, verspürte Rudolph Valentino ein natürliches Bedürfnis. Guilda Williams, die hier lebte, war so freundlich, ihm den Gebrauch ihres Badezimmers zu gestatten. Beim Umbau des Hauses wurde der Topf hier aufgestellt. « Eines Morgens war die Sehenswürdigkeit weg; Gestohlen.

    In den folgenden Wochen wurden von der Polizei und mitfühlenden US-Bürgern immer wieder herrenlose Töpfe nach Harmony geschafft. Aber es waren stets die falschen.

    Harmony, das ist so gut wie sicher, wird nach dieser Katastrophe in die absolute Bedeutungslosigkeit zurücksinken.

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    Das verlorenste Kloster


    Das verlorenste Kloster lagert in seine Einzelteile aufgelöst im Golden Gate Park von San Francisco.

    Es handelt sich um Teile des Klosters Santa Maria de Ovila aus dem 12. Jahrhundert. Dieses Kloster, das bis 1931 nördlich von Madrid stand, wurde damals von William Randolph Hearst für eine Million Dollar gekauft und nach Kalifornien verschifft. Offizielle Stellen besagen, daß die Depression und der Zweite Weltkrieg einen Wiederaufbau vereitelten.

    Die Wächter des Golden Gate Parkes dagegen verraten die Wahrheit: Als die zwölf Schiffsladungen voller Steine ankamen, hatte man den Aufbauplan vergessen.

    Seit dieser Zeit benutzen die Anwohner die Klostersteine zur Verschönerung ihrer Vorgärten.

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    Das gestohlene Stahlwerk


    Der ganze Stolz der Behörden war seit mehr als zwei Jahrzehnten Hengshui, ein Stahlwerk südlich von Peking.

    Dann wurde angeordnet, das Werk stillzulegen. Als man nach einem Dreivierteljahr das Stahlwerk wieder eröffnen wollte, war es verschwunden. Hunderte von Dieben hatten in mühsamer Nachtarbeit die zwei Hochöfen auseinandergeschweißt, alle Rohre ausgegraben und sogar 30 Häuser, Stein für Stein abgetragen.

    Trotz einer größeren Untersuchungsaktion war es weder möglich, die Diebe zu finden, noch den Verantwortlichen, der die Stillegung des Stahlwerkes veranlaßt hatte.

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    Der glückloseste Dieb


    Einen hohen finanziellen Verlust mußte der Supermarkt-Dieb Klaus (23) hinnehmen.

    Dabei hatte er sich alles so genau überlegt: Er wollte die Aufmerksamkeit der Kassiererin ablenken und dann in die Kasse greifen. Er ging also frühmorgens, weil es da noch leer war, mit dem gefüllten Einkaufskorb an die Kasse und legte einen 500-Mark-Schein vor.

    Er hoffte, sie würde jetzt die Kasse lange genug offenhalten, daß er sich alles Geld herausnehmen konnte. Die Kassiererin nahm den 500-Mark-Schein, öffnete die Kasse in der sich allerdings nur 163,50 DM befanden. Der Dieb schnappte sich das Geld und flüchtete; entsetzt war eigentlich nur die Kassiererin, bis der Geschäftsführer sie beruhigte und sie zu den Mehreinnahmen von DM 336,50 beglückwünschte.

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    Die erfolgloseste Überwachungskamera


    Die erfolgloseste Überwachungskamera wurde nach mehreren Kameradendiebstählen in den Umkleideräumen eines Sportclubs in Nordhessen installiert.

    Dieser Sportclub wurde auch von den Angehörigen der Bereitschaftspolizei benutzt. Deshalb erkannten die Beamten, als sie sich später den Film ansahen, einen ihrer Kollegen, der splitternackt herumlief und seine Kleider suchte.

    Sie waren ihm gestohlen worden.

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    Die erfolgloseste Verkleidung


    Die erfolgloseste Verkleidung gelang 1933 einem Einbrecher, der in Paris versuchte, bei einem Antiquitätenhändler einzusteigen.

    Als Überraschungseffekt hatte er sich in eine Ritterrüstung gezwängt. Kaum war er aber ins Haus eingestiegen, wurde der Besitzer durch den Metall-Lärm geweckt. Überrascht sah er, wie sich eine Ritterrüstung die Treppe hochquälte. Mit einem Leuchter aus dem 16. Jahrhundert schlug er auf die Rüstung ein, der Einbrecher verlor das Gleichgewicht und polterte die Treppe hinunter. Unten angekommen, stellte der Antiquitätenhändler einen schweren Eichentisch aus dem 17. Jahrhundert auf den liegenden Ritter und verständigte die Polizei.

    Die konnte den Einbrecher nur durch intensive Schlosserarbeit aus der Rüstung befreien: Beim Sturz von der Treppe hatte sich der Brustharnisch verbogen und ihn ausweglos eingeklemmt.

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    Die erfolgloseste Warnung


    Die erfolgloseste Warnung erhielt der Besitzer eines der größten und sichersten Schmuckgeschäfte in Paris am 18. 3. 1981.

    Am Telefon meldete sich ein Kommissar Barianni von der Anti-Gangster-Brigade mit den Worten, daß in wenigen Minuten das Geschäft von zwei maskierten Gangstern überfallen werde. Er warnte den Besitzer, selbst etwas zu unternehmen die Gangster seien bewaffnet. Man werde aber vor dem Geschäft warten, um die beiden nach dem Raub festzunehmen. Fünf Minuten später geschah der Überfall.

    Der Geschäftsinhaber benahm sich sehr gelassen. Er drückte noch nicht einmal den Alarmknopf. Nachdem die beiden insgesamt Wertgegenstände für rund 1,5 Millionen Mark eingesteckt hatten, verließen sie das Geschäft, schwangen sich auf Motorräder, die bald im dichten Stadtverkehr verschwunden waren.

    Kurze Zeit später fragte der Juwelier bei der Polizei nach, ob die Festnahme geklappt hätte. Aber dort schüttelten die Beamten nur den Kopf: Von einem Kommissar mit Namen Barianni der Anti-Gangster-Brigade hatten sie noch nie gehört.

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    Der dümmste Camping-Dieb


    Der dümmste Camping-Dieb war ein gewisser Fitzgerald F., der seine Ferien auf dem Campingplatz von San Diego (Kalifornien) verbrachte.

    Lange schon hatte er ein Auge auf die Wertsachen im Nachbar-Wohnwagen geworfen. Eines Tages dann fühlte er sich sicher die Nachbarn waren fortgefahren. Er brach ein, raubte Fotoapparate, Schmuck, Sportgeräte und ein Angelset. Als die Familie Sanders, der der Wohnwagen gehörte, zurückkam, kam sie auch schnell dem Dieb auf die Spur: Der Angelhaken hatte sich in der Tür verklemmt und die Angelleine sich abgespult.

    Man brauchte also nur noch der Leine zu folgen. Man folgte der Schnur und begegnete prompt Fitzgerald, der sie als ordentlicher Mensch gerade wieder neu auf die geklaute Angelrolle aufspulen wollte.

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    Mohnklöße


    Was rechte Schlesier sind, denen ist ein Weihnachtsfest ohne Mohnklöße kein Weihnachtsfest.

    Drum erzeugte man in der schlesischen Heimat Mohn im Hausgarten wie andernorts Möhren oder Blumenkohl. Eine schöne Tradition des deutschen Ostens! Diesen Brauch mochte ein heimatvertriebenes, ins Hessische verschlagene Ehepaar nicht missen. In jedem Frühjahr erwarb man im Gartencenter Samen, baute Mohn im Kleingarten, buk Mohnstritzel und kochte Klöße zum Christfest. Alljährlich besuchte man das Schlesiertreffen und freute sich, daß dort führende Politiker und Würdenträger die Pflege landsmannschaftlicher Besonderheiten belobigten. Man lebte geruhsam in geordneten Verhältnissen.

    Das änderte sich schlagartig, als an einem Juli-Morgen des Jahres 1983 das Einsatzkommando des Rauschgiftkommissariats ins traute Gärtchen einbrach, die Mohnpflanzen niedermachte und das geschockte Ehepaar zum Präsidium expedierte. Es half kein Lamento, denn auf beider Beet wuchs zweifelsfrei die Mohnsorte Somniferum, aus deren Kapsel die Milch zur Heroinherstellung gepreßt wird. Den Samen, so mußten die Eheleute erfahren, darf jedermann ungehindert kaufen und verkaufen; der Anbau der Pflanze aber ist strafbar.

    Welch schwarzer Tag für die Schlesier: keine Mohnklöße zu Weihnachten, Scherereien mit der Rauschgiftbehörde, hämisches Getuschel im Kleingartenverein, Unterminierung schlesischer Traditionen...

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    Der unmoralischste Druckfehler


    Den unmoralischsten Druckfehler leisteten sich die beiden Buchdrucker Robert Barker und Martin Lucas in London im Jahre 1631.

    Sie hatten den Auftrag, eine Bibelausgabe zu drucken. Das ging auch so lange gut, bis sie an das siebte Gebot kamen: »Du sollst nicht ehebrechen.«

    Offensichtlich hatte der Druckfehlerteufel seine Hand im Spiel, denn die beiden Drucker vergaßen das »Nicht«.







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